27.01.21

Schuppenflechten

Psoriasis: Wenn die Haut schuppt

Rund zwei Prozent der Bevölkerung leiden unter Schuppenflechte oder Psoriasis, wie sie auch genannt wird. Typisch für das Krankheitsbild sind Plaques, bei denen es sich um scharf begrenzte, gerötete und teils verdickte Hautbereiche handelt. Begleitet wird das Ganze für gewöhnlich von einem starken Juckreiz. Betroffen sein können allerdings auch die Nägel, die entweder gelblich-bräunliche Verfärbungen zeigen oder kleine, runde Vertiefungen aufweisen. Schuppenflechte hat bei manchen Menschen auch Einfluss auf die Gelenke. Sie schwellen unter Schmerzen an. Grundsätzlich vermag eine Psoriasis am gesamten Körper zu aufzutreten. Besonders häufig breitet sie sich jedoch auf behaarter Kopfhaut, den Außenseiten von Ellenbogen und Knien, den Händen und Füßen sowie der Steißbeinregion aus. Die meisten Betroffenen ereilt diese Krankheit im Alter zwischen 15 und 25 Jahren.

Es besteht eine erbliche Veranlagung für Schuppenflechte. Durch einen oder mehrere Auslöser kommt es allerdings erst zum Ausbruch. Infektionen sind einer der Verursacher. Das Immunsystem arbeitet dann nicht nur gegen einen Infekt, sondern gleichzeitig gegen die bis dato gesunde Haut. Verletzungen der äußeren Schutzhülle gelten als ein weiterer möglicher Faktor. Schnitte und Schürfwunden sind dabei ebenso denkbar wie ein Sonnenbrand oder Verbrennungen. Wird die Haut mechanisch gereizt, weil beispielsweise die Kleidung reibt oder ein Gürtel zu eng sitzt, kann auch das den Ausbruch von Schuppenflechte begünstigen. Stress ist ebenfalls als Auslöser zu nennen.

Treten im Körper hormonelle Veränderungen auf – sei es durch die Pubertät, eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre – steigt das Risiko, bei einer Veranlagung von Psoriasis betroffen zu sein. Nicht zu vergessen sind schließlich Medikamente, wozu allen voran Blutdrucksenker gehören, aber auch Schmerzmittel und einige Antibiotika verursachen womöglich Schuppenflechte. Kritisch sind zudem der Konsum von Alkohol und Nikotin sowie Übergewicht zu beäugen. Zwar ist Psoriasis nicht heilbar, doch mit der richtigen Behandlung lässt sich erreichen, dass die Schübe möglichst selten und sehr gemäßigt auftreten.

Angegriffene Haut bei Schuppenflechte

Unsere Haut setzt sich aus Millionen kleinster Zellen zusammen. Sie erneuert sich bei einem gesunden Menschen im Rhythmus von drei bis vier Wochen. Bei von Schuppenflechte betroffenen Patienten ist dieser Zyklus stark gestört und auf drei bis vier Tage verkürzt. Die Zellen der obersten Hautschicht drängen wesentlich schneller an die Oberfläche – in der Konsequenz entstehen glänzende Schuppen auf geröteten Stellen. Diese Bereiche sind münz- bis handtellergroß und treten in aller Regel symmetrisch auf beiden Körperhälften auf.

Als typische Begleiterscheinung gilt ein starker Juckreiz. Die Haut ist trocken, teils sehr empfindlich und spannt. Brennen oder Stechen sind ebenfalls denkbare Symptome dieser Krankheit. Da sich die Betroffenen vermehrt kratzen, beschädigen sie die Haut und es kommt zu Rissbildungen, wobei auch Blutungen nicht auszuschließen sind. Selbst nicht betroffene Stellen können jucken. Dem Reiz zu widerstehen und nicht zu reagieren, fällt enorm schwer. Wer kratzt, überdeckt das Jucken zumindest für einen Moment. Auf lange Sicht verstärkt sich aber der Reiz und die Haut wird weiter in Mitleidenschaft gezogen. Ist sie beschädigt, kann sie zudem ihre Rolle als Schutzschild des Körpers nur noch bedingt erfüllen und Erreger dringen leichter durch. Eine Pflege ist bei Schuppenflechte immens wichtig und bildet die Voraussetzung dafür, dass die Symptome gelindert werden. Die Schwere und die Anzahl der Schübe lassen sich dadurch enorm reduzieren.

Die richtige Pflege bei Psoriasis

Je nach Ausprägung und Schweregrad der Psoriasis gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. Die Grundlage bildet stets eine tägliche Basispflege. Die Haut ist nicht imstande, genügend Feuchtigkeit zu speichern, weswegen nachgeholfen werden muss. Cremes mit rückfettenden Eigenschaften sind hierfür unerlässlich. Es kommt auf absolut schonende Produkte an, welche die Haut nicht zusätzlich reizen. Dermaplan bietet mit seinem Sortiment die genau darauf ausgerichtete Pflege, die bei Schuppenflechte, aber auch bei Neurodermitis effektiv weiterhilft.

Alle Produkte sind frei von jeglichen allergenen und schädlichen Inhaltsstoffen. Sie verzichten auf Duft- und Parfümstoffe, Konservierungsstoffe, Emulgatoren, Farbstoffe, Mineralöle, Silikone, Polyethylenglycole sowie tierische Bestandteile. Da sie gemeinsam mit Dermatologen entwickelt wurden, ist eine Hautverträglichkeit gewährleistet. Als Basispflege bei trockener und zu Rötungen neigender Haut empfiehlt sich die Lipid Balance. Es gibt insgesamt drei Produkte, die sich hinsichtlich des Lipidanteils unterscheiden. Dieser sollte umso höher gewählt sein, je trockener die Haut ist. Diese feuchtigkeitsspendende, rückfettende Creme sollte morgens und abends jeweils dünn aufgetragen werden. Alternativ dazu kommt die Dermaplan Bodylotion in Frage. Alle Pflegeprodukte spenden der Haut die notwendige Feuchtigkeit und bauen die Hautbarriere auf. Das geschieht mit dem Ziel, sie ins Gleichgewicht zu bringen und dort zu halten.

Bei schwerer Ausprägung rückt die Juckreiz Akutpflege in den Fokus. Ließ sich mit ihrer Hilfe das Jucken lindern, kann zur Juckreiz Dauerpflege gegriffen werden. Als weiteren wichtigen Aspekt der Körperpflege unterstützt Dermaplan die Reinigung mit einem schonenden Gesichtswasser sowie einer Waschlotion, die rückfettende Eigenschaften mitbringt.

Alle DERMAPLAN Produkte gegen Schuppenflechten (Psoriasis) sind in unserem Online Shop und in Ihrer Apotheke erhältlich.

Schuppenflechte (Psoriasis) Ratgeber

Leben mit Psoriasis

Jeder macht seine eigenen Erfahrungen mit seiner Haut, und jede Haut reagiert anders. Deshalb gibt es keine allgemein gültigen Empfehlungen, sondern jeder Psoriasispatient muss im Laufe der Zeit seine eigenen Strategien entwickeln, um mit der Erkrankung zurechtzukommen. Es kann für die meisten Patienten allerdings sehr hilfreich sein, einige allgemeine Ratschläge zu berücksichtigen.

Um Rückfälle oder Verschlechterungen der Psoriasis zu verhindern, sollten Sie lernen, die für Sie bedeutsamen Auslösefaktoren zu erkennen und möglichst zu vermeiden bzw. auf ein Minimum zu reduzieren.

Einige dieser Faktoren lassen sich gut beeinflussen, andere hingegen kaum. Man kann jedoch lernen, mit ungünstigen Einflüssen wie Stress oder seelischer Belastung besser umzugehen. Andererseits sollten Sie den Krankheitsverlauf begünstigende Einflussfaktoren herausfinden und gezielt nutzen, wenn Sie merken, dass es Ihrer Haut gut tut. Pflegen und unterstützen Sie Ihre Haut mit einer Creme gegen Psoriasis.

An welchen Körperteilen tritt Psoriasis auf?

Psoriasis kann auf jedem Teil des Körpers auftreten.

  • Auf der Kopfhaut
  • im Genitalbereich
  • im Gesicht – um die Augen, Ohren, Mund und Nase
  • an den Händen und Füßen
  • an Finger- und Zehennägeln

Psoriasis und Psyche

Versuchen Sie, sich und Ihre Krankheit zu akzeptieren. Wichtig ist es auch, anderen Menschen die Krankheit zu erklären. Viele wissen nämlich nicht, dass Psoriasis nicht ansteckend ist. Patienten, die immer wieder mit abweisenden Reaktionen und Ablehnung konfrontiert werden, fühlen sich ausgegrenzt und leiden umso mehr unter ihrer Psoriasis.

Gerade in Phasen hoher Krankheitsaktivität, "im Schub" also, neigen viele Betroffene dazu, sich zurückzuziehen und ihre sozialen Kontakte einzuschränken, weil sie sich dann selbst "nicht mehr leiden" können und unsicher sind, ob Andere sie so akzeptieren. Das führt oft zu sozialer Isolation und Verbitterung bis hin zu Depressionen.

Deshalb ist es wichtig, dass Patienten mit einer Schuppenflechte einen Arzt suchen, der nicht nur ihre Haut gut behandelt, sondern auch Zeit und Verständnis für ihre Ängste, Sorgen und Befürchtungen aufbringt. In Einzelfällen ist eine begleitende Psychotherapie durchaus sinnvoll. Sie kann helfen, sich selbst und seine Krankheit besser zu verstehen und selbstverständlicher damit zu leben.

Ursachen und Auslöse-Faktoren

Über Ursachen und Entstehung der Psoriasis ist heute vieles bekannt, obwohl ein lückenloses und vollständig schlüssiges Bild noch nicht besteht. Bei Psoriasis spielt sich in Ober- und Lederhaut eine entzündliche Reaktion ab, die gegen noch nicht definierte Bestandteile der Zellen der Oberhaut (Keratinozyten) gerichtet ist. Ausgeführt wird die Entzündung durch weiße Blutkörperchen, die mit einem speziellen Oberflächen-molekül ausgerüstet sind (CD11a), mit dem sie sich an die Innenauskleidung der Hautgefäße anbinden und dann durch die Gefäße hindurch in die Haut eindringen können.

Die Entzündungszellen werden von Botenstoffen der Entzündung (Mediatoren; der wichtigste ist ein Zytokin, das als „Tumornekrose-Faktor-α“ (TNF-α) bezeichnet wird) in den Entzündungsherd gelockt, wo sie dann selbst diese Mediatoren produzieren und so die Entzündung verstärken (ein „Teufelskreis“). Offensichtlich bedarf es zum Ausbruch der Psoriasis zusätzlicher Faktoren: Bewiesen wurde dies für Infektionen, bestimmte Medikamente und manchmal auch UV-Licht. Zusätzlich wird vermutet, dass manche Formen von physischem und psychischem Stress, eventuell auch falsche Ernährung und sicher (übermäßiger) Alkoholgenuss eine Rolle spielen.

Aufgrund von Selbstbeobachtungen Betroffener und Erhebungen behandelnder Ärzte der letzten Jahrzehnte konnten eine Reihe von Auslösefaktoren (sogenannte Trigger) lokalisiert werden. Diese so genannten „Trigger“ sind sehr vielfältig und können sowohl durch bestimmte Vorgänge im Körper als auch äußere Einflüsse entstehen.

Sie können nicht nur den ersten Ausbruch, sondern auch einen erneuten Schub bei bereits bestehender Erkrankung auslösen. Insgesamt sind die einzelnen Faktoren bezüglich ihrer Krankheitsrelevanz von Patient zu Patient unterschiedlich zu bewerten. Zudem ist der Zusammenhang häufig nicht ohne weiteres erkennbar, denn in der Regel treten die Folgen erst nach einigen Tagen oder Wochen ein. Wichtig ist aber, dass Betroffene wissen, welche dieser Faktoren bei ihnen eine Psoriasis verstärken können.

Zu den Auslösefaktoren einer Psoriasis gehören

  • Infektionskrankheiten Neben allgemeinen Infektionskrankheiten (z.B. Erkältung, Virusgrippe), vor allem Infekte mit Streptokokken (z. B. Mandelentzündung, Angina oder Scharlach) oder HIV (AIDS-Erreger)
  • Allergien/allergische Reaktionen
  • Stoffwechselstörungen z. B. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), hormonelle Schwankungen (Pubertät,Schwangerschaft, Wechseljahre)
  • Klimatische Bedingungen Saisonale Schwankungen der Krankheitsaktivität sind normal. Im Frühling und im Spätherbst kommt es in der Regel zur Verschlechterungen der Symptome
  • Medikamente - Gewisse Medikamente können die Krankheit auslösen und/oder verschlechtern. Dazu gehören z. B. Lithium, Antimalaria, Beta-Blocker, ACE-Hemmer, Interferon, Progesterone, kortisonfreie Antirheumatika, systemische Kortikosteroide nach dem Absetzen
  • Stress und Belastungen Stress und körperliche oder psychische Belastungen (z. B. Prüfungssituation,Partnerschaftsprobleme, Tod eines Angehörigen oder Probleme am Arbeitsplatz)
  • Umweltbedingte Einflüsse, z. B. trockene Luft im Winter oder ein Sonnenbrand
  • Verletzungen Offene Verletzung der Haut, z. B. Schnitte oder Injektionen
  • Hautschädigungen durch physikalische und chemische Einwirkungen, z. B. eng anliegende Armbänder,Gürtel oder BH, scheuernde Kleidung, heftiges Kratzen, Verbrennungen, Tätowierungen
  • Alkohol - vor allem bei übermäßigem Genuss
  • Übergewicht - vor allem bei starkem Übergewicht
  • Rauchen - vor allem, wenn die Hände betroffen sind
  • Ernährung - bestimmte Ernährungsfaktoren scheinen in einzelnen Fällen eine negative Rolle zu spielen

Welche verschiedene Arten von Schuppenflechten (Psoriasis) gibt es?

Plaquepsoriasis

Psoriasis ist eine sehr mannigfaltige Hautkrankheit, die in einer Vielfalt von Formen erscheint. Jede Form hat deutliche Merkmale. Normalerweise tritt nur eine Art der Psoriasis auf einmal auf, aber zwei oder mehr verschiedene Arten der Psoriasis können gelegentlich zu derselben Zeit auftreten. Psoriasis kann auch gelegentlich von einer Form zu einer anderen wechseln.

Auslösende Faktoren können einige Formen der Psoriasis wie Plaquepsoriasis in eine andere Form wie Psoriasis pustulosa umwandeln.

Plaquepsoriasis ist die am meisten verbreitete Form der Krankheit. Bei ca. 80 Prozent aller Psoriasispatienten tritt die Erkrankung in dieser Form in Erscheinung. Sie wird normalerweise auf den Ellenbogen, Knien, Kopfhaut und dem unteren Rückenbereich gefunden.

Psoriasis guttata

Psoriasis guttata ist eine Form der Psoriasis, die oft in der Kindheit oder jungem Erwachsenenalter beginnt. Diese Form der Psoriasis erscheint in kleinen, roten, einzelnen Stellen auf der Haut. Psoriasis guttata Verletzungen erscheinen normalerweise auf dem Rump und Gliedern. Psoriasis guttata erscheint oft sehr plötzlich.

Eine Vielfalt von Bedingungen wie z.B. Infektionen der oberen Atemwege, durch Streptokokken ausgelöste Infektionen, Tonsillitis, Stress, Hautverletzungen und die Einnahme bestimmter Medikamente (Anti-Malaria- Medikamente, Betablocker) können einen Ausbruch der Psoriasis guttata auslösen.

Feuchtigkeitscremes werden als die bevorzugte Behandlung für Psoriasis guttata betrachtet. Phototherapie mit UVB-Licht oder PUVA ist auch eine sehr wirksame Behandlungsform der Psoriasis guttata. Nur in schwerwiegenden Fällen verordnen Ärzte systemische Behandlungen (oral oder per Injektion verabreichte Medikamente) für diese Art der Psoriasis, obwohl manchmal, ein kurzer Verlauf von einem dieser Medikamente zu einer rapiden und länger anhaltenden Verbesserung führt.

Psoriasis inversa

Von Psoriasis inversa (invers bedeutet das im Vergleich zur Plaquepsoriasis umgekehrte Verteilungsmuster) spricht man, wenn die Psoriasis nur in den Körperfalten auftritt, z. B. den Achselhöhlen, den Leisten oder in der tiefen Gesäßfalte.

Sie ist nicht so leicht zu erkennen, weil sich an diesen Körperstellen wegen der Wärme und Feuchtigkeit nicht die charakteristische Schuppung ausbildet. Psoriasis inversa bedarf auch besonderer Therapiemaßnahmen. Diese Form der Psoriasis tritt häufiger bei übergewichtigen Patienten und Patienten mit tiefen Hautfalten auf.

Die Behandlung kann aufgrund der Empfindlichkeit der Haut in diesen Bereichen schwierig sein. Cremes mit Steroiden und Salben werden als sehr wirksam betrachtet, aber sie sollten mit Verbänden nicht bedeckt (okkludiert) werden. Übermäßiger Gebrauch oder Missbrauch von Steroiden kann besonders in Hautfalten zu Nebenwirkungen führen, wie das dünner werden der Haut und Schwangerschaftsstreifen.

Diese Bereiche sind auch besonders für Pilzinfektionen anfällig und sollten auch speziell darauf untersucht werden. DieVerwendung von Puder kann auch helfen, die feuchten mit Psoriasis inversa verbundenen Verletzungen zu trocknen. Einige Patienten verwenden nachts Cremes und Puder am Morgen.

Pustulöse Psoriasis

Unter dieser Bezeichnung wird eine Gruppe von Hautkrankheiten zusammengefasst, die mit Psoriasis verwandt und durch die Bildung von Pusteln (eiterhaltigen Bläschen) gekennzeichnet ist. Die sehr seltene generalisierte (am ganzen Körper auftretende) pustulöse Psoriasis ist durch oberflächliche Pusteln, hohes Fieber und Allgemeinerscheinungen charakterisiert.

Sie bedarf einer stationären Behandlung. Weniger selten sind lokalisierte Formen an Handflächen und/oder Fußsohlen (palmo-plantare pustulöse Psoriasis). Dabei kommt es zu einem oft sehr langwierigen Leiden, bei dem Pusteln entstehen, aufbrechen, eintrocknen und zu Schuppen, Krusten, Rissen und zum Bluten führen, meist von Juckreiz und Schmerzen begleitet. Manuelle Arbeit und das Gehen sind erschwert, Betroffene haben auch Hemmungen, die „kranke“ Hand zu reichen. Auffallenderweise ist die übrige Haut in der Regel gesund. Wichtig ist, dass die Pusteln nicht durch eine Infektion, sondern durch eine Besonderheit des Krankheitsgeschehens verursacht werden.

Die pustulöse Psoriasis kann – ebenso wie die Psoriasis vulgaris – nicht übertragen werden, auch nicht durch direkten Kontakt mit den erkrankten Hautstellen.

Formen der pustulösen Psoriasis von Zumbusch

Die generalisierte Form (Psoriasis pustulosa generalisata) wird auch Typ Zumbusch genannt. Sie betrifft den gesamten Körper und ist potentiell lebensbedrohend, kommt aber nicht sehr häufig vor. Neben den großflächig auftretenden Bläschen leiden die Betroffenen unter einem schweren Krankheitsgefühl, Fieber, Schwäche und Abgeschlagenheit, steifen Muskeln und Gelenkschmerzen.

Die Betroffenen müssen möglichst schnell in einer Hautklinik versorgt werden. Die Behandlung erfolgt systemisch durch die Gabe von Retinoiden, Ciclosporin, Kortikoiden und Methotrexat. Zusätzlich dazu können auch lokale Behandlungen mit Kortikoiden und Vitamin-DAnalogen durchgeführt werden. Auch eine Kombination mit der PUVA-Therapie ist möglich.Psoriasis pustulosa palmoplantaris, Typ Barber Bei der Psoriasis pustulosa palmoplantaris bilden sich oft innerhalb weniger Stunden kleine gelbe Pusteln an Handtellern und Fußsohlen. Ihr meist gelblicher Inhalt ist nicht infektiös.

Nach wenigen Tagen verfärben sich die Pusteln bräunlich und schuppen schließlich ab. Die umliegende Haut ist gerötet, oft entstehen tiefe und schmerzhafte Risse. Meist hält die Erkrankung mehrere Wochen oder Monate lang an, verschwindet zwischenzeitlich und tritt dann erneut auf. Nur selten heilt sie vollständig ab. Besonders die tiefen Risse in Handtellern und Fußsohlen verursachen oft quälende Schmerzen. Stehen, Gehen, Greifen, Schreiben und andere alltägliche Handgriffe sind nur mühsam möglich und schränken die Betroffenen in ihrer Leistungsfähigkeit erheblich ein.

Viele Erkrankte fühlen sich durch ihre deutlich sichtbare Erkrankung ausgegrenzt und gemieden. Die Patienten leiden bei dieser Form unter wiederkehrenden Fieberschüben und allgemeinem Krankheitsgefühl. Raucher erkranken häufiger an dieser Form der Schuppenflechte als Nichtraucher.

Die Ursachen für die Erkrankung sind derzeit noch unbekannt. Der Zusammenhang zur Psoriasis vulgaris ist ebenfalls nicht geklärt. Bestimmte genetische Merkmale, die bei Patienten mit einer gewöhnlichen Psoriasis gehäuft auftreten, finden sich bei dieser Sonderform der Schuppenflechte nicht.

Wahrscheinlich handelt es sich bei der Psoriasis palmoplantaris wie auch bei der gewöhnlichen Schuppenflechte um eine Autoimmunerkrankung. Wie bei der gewöhnlichen Schuppenflechte auch können Stress und belastende Lebensereignisse den Ausbruch einer Psoriasis pustulosa palmoplantaris begünstigten.

Nagel-Psoriasis

Bei zirka 30% - 50% aller Psoriasis-Patienten macht sich die Krankeit auch an den Finger- und/oder Zehennägeln bemerkbar. In der Regel sind mehrere Nägel an Fingern und / oder Zehen beidseits gleichzeitig verändert.

Zumeist ist das Nagelwachstum gestört. Typische Symptome bei psoriatischen Nagelveränderungen sind Tüpfelnägel mit kleinen, punktförmigen wie ausgestanzt wirkenden Defekten der Nagelplatte. Ist hingegen das Nagelbett, also die Haut unter der Nageplatte betroffen, kommt es zu den Ölflecknägeln. Der "Ölfleck" liegt unter der Nagelplatte und hebt sich dort meist am Rande infolge ständiger Entzündungen und übermässigen Zellwachstums ab.

Die "Ölflecken" sind meist rötlich, gelbbräunlich oder grau verfärbt. Die dritte und schwerste Form der Nagelpsoriasis, der Krümelnagel, wird zum Glück nur selten beobachtet. Statt einer dünnen, gleichmässig stabilen Nagelplatte, wird eine bis zu 5mm dicke Schicht

Psoriasis erythrodermica

Die erythrodermische Psoriasis oder psoriatische Erythrodermie ist selten und die schwerste Form der Schuppenflechte.

Sie geht einher mit entzündlichen Veränderungen und extremen Rötungen, die einen Großteil oder die gesamte Haut betreffen. Die Schuppung ist geringer ausgeprägt, doch die Erkrankung kann von einem starken Juckreiz, Schmerzen und einem ausgeprägten Krankheitsgefühl begleitet werden. Darüber hinaus kannsie den Temperaturhaushalt des Körpers stören und Nieren- und Herzprobleme verursachen.

FAQ Schuppenflechte (Psoriasis)

Psoriasis – oder umgangssprachlich Schuppenflechte – ist eine chronische Hauterkrankung, die sich in Schüben äußert. Es gibt Phasen, in denen Beschwerden auftreten und Zeiten, in denen die Betroffenen keine Probleme zu konstatieren haben. Eine Pflege ist aber auch dann unbedingt zu empfehlen. Immer wieder tun sich Fragen zu Schuppenflechte auf. Die am häufigsten gestellten beinhaltet unser FAQ-Bereich und zeigt Ihnen die dazugehörigen Antworten auf.

Schuppenflechte beruht auf einer Störung der Oberhaut, die einem unkontrollierten Wachstum unterliegt. Die Zellen der obersten Hautschicht erneuern sich bis zu sieben Mal schneller als bei einem gesunden Menschen. Es entstehen sogenannte Plaques. Das sind Körperstellen, die sich von den nicht betroffenen Hautarealen scharf abgrenzen. Dort bilden sich gerötete Bereiche mit silbrig-glänzenden Schuppen. Zudem kann sich die Haut lokal verdicken. Begleitet wird dies von einem zumeist starken Juckreiz. Geben die Betroffenen dem nach und kratzen sich, beschädigen sie die Oberfläche, welche dadurch anfälliger für Infektionen wird.

Häufig von Schuppenflechte betroffene Areale sind die Kopfhaut inklusive des Haaransatzes, der Bereich hinter den Ohren, die Handrücken, Ellbogen, die Knie, die Schienbeine sowie die Füße. Nicht ganz so häufig tritt Psoriasis auch im Gesicht, in den Achselhöhlen, im Bauchnabel sowie im Intimbereich auf. Je nach Ausprägung beeinträchtigt die Krankheit nicht nur die Haut, sondern auch die Finger- und Fußnägel, welche sich gelb bis bräunlich verfärben, aber auch runde Vertiefungen aufweisen können. Eine besondere Ausprägung ist die Psoriasis-Arthritis, bei welcher zusätzlich die Gelenke mit teils schmerzhaften Schwellungen betroffen sind.

Die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse besagen, dass eine Kombination verschiedener Faktoren zum Ausbruch von Psoriasis führt. Ein Grund kann etwa eine genetische Veranlagung sein, aber auch eine Fehlregulierung des Immunsystems sowie diverse Umwelteinflüsse lassen sich nennen. Mögliche Ursachen sind Rauchen, Übergewicht, emotionale Belastungen über einen längeren Zeitraum, eine ungesunde Ernährung, Reizungen der Haut durch Sonnenbrand, Tätowierungen oder Verletzungen sowie klimatische Faktoren.

Von Schuppenflechte betroffene Haut ist nicht in der Lage, ausreichend Feuchtigkeit zu speichern. Die Aufgabe bei der Pflege besteht also darin, diese von außen zuzuführen und die Schutzbarriere dadurch zu stärken. Ideal sind demnach rückfettende und pflegende Produkte wie Lotionen oder Cremes. Sie müssen frei von schädlichen und allergenen Inhaltsstoffen sein, da diese die Haut nur noch mehr reizen würden. Regelmäßiges Eincremen ist jedoch nicht nur in akuten Phasen notwendig, sondern in beschwerdefreien Zeiten ebenso wichtig. Mit einer kontinuierlichen Basispflege lässt sich der Zustand ohne erkennbare Symptome verlängern.