23.01.21

Neurodermitis bei Babys

Trockene, gerötete, juckende und teils auch schuppige Haut: Sie gelten als typische Merkmale einer Neurodermitis. Gerade Babys sind davon betroffen. Bei knapp einem Viertel der Kleinkinder lassen sich derartige Veränderungen feststellen. Die gute Nachricht: Oftmals verringern sich die Beschwerden in den Folgejahren, sodass sich nur noch etwa acht Prozent der Schulkinder mit den Symptomen auseinandersetzen müssen. Auch mit einer regelmäßigen Pflege und der idealen Behandlung verbessert sich der Zustand von Neurodermitis bei Kindern. Mit diesem Ratgeber möchten wir umfassend zu diesem Thema aufklären und Ihnen als Eltern den Umgang mit diesem Hautproblem bei Ihrem Nachwuchs erleichtern.

Die Besonderheiten von Babyhaut

Die Haut ist das Sinnesorgan, über welches ein Baby gleich nach der Geburt intensiv äußere Reize wahrnimmt. Unterdessen benötigen Augen oder Nase mehr Zeit, um optimal auf Einflüsse zu reagieren. Über die Haut spüren die Kleinen sofort Berührungen oder Wärme und Kälte. Dennoch ist auch dieses Sinnesorgan noch nicht vollends entwickelt – und hier besteht die Besonderheit. Im Gegensatz zur Schutzbarriere der Erwachsenen ist sie zwischen drei bis fünf Mal dünner. Allein das macht sie gegenüber verschiedenen Reizen empfindlicher. Damit sind aber noch nicht alle Eigenschaften von Babyhaut genannt. Die wichtigsten fassen wir in der folgenden Übersicht zusammen:

Neurodermitis bei Babys

Talg- & Schweißdrüsen noch nicht vollends ausgeprägt

  • Fettfilm zum Schutz fehlt noch
  • Haut neigt schneller zum Austrocknen
  • noch kein vollends stabiler Säureschutzmantel
  • allgemein höheres Risiko für Infektionen
  • Bakterien und schädliche Stoffe können die Haut leichter durchdringen

Relation von Hautoberfläche zu Körpergewicht

  • im Vergleich mit einem Erwachsenen ist das Verhältnis von Hautoberfläche zu Körpergewicht bei einem Baby mehr als doppelt so groß
  • bedeutet eine größere Angriffsfläche für äußere Faktoren
  • Wasser geht leichter über die Haut verloren

nicht vollständig entwickelter Lipidfilm

  • Babyhaut nimmt Feuchtigkeit zwar leichter auf, gibt sie jedoch ebenso leicht wieder ab
  • trockene Haut kann zu Entzündungen oder Irritationen führen

schwache Melaninbildung

  • geringer Selbstschutz der Haut vor UV-Strahlung

Auf den Punkt gebracht, gibt es drei wesentliche Risiken für Babyhaut. Durch den Mangel an Feuchtigkeit vermag sie leichter auszutrocknen und anfälliger für Erreger zu sein. Sie zeigt sich zudem empfindlicher bei Kälte, da sich das für die Wärmeregulierung zuständige Fettgewebe erst noch vollständig entwickeln muss. Und schließlich verfügt die Haut von Säuglingen über einen nur sehr eingeschränkten Sonnenschutz, weswegen sie keinem UV-Licht ausgesetzt werden sollte.

Von Milchschorf und atopischem Ekzem: Wichtige Begriffe zu Neurodermitis bei Babys

Werden Eltern erstmals mit der Problematik Neurodermitis bei Babys konfrontiert, begegnen ihnen sehr häufig die Begriffe „atopisches Ekzem“ und „Milchschorf“. Was genau verbirgt sich dahinter? Wir klären auf, was genau damit gemeint ist und was Sie darüber wissen sollten.

Atopisches Ekzem

Das sogenannte atopische Ekzem ist eine Alternativbezeichnung für Neurodermitis. Als ein weiterer, oftmals genutzter Begriff gilt die atopische Dermatitis. Sie alle beschreiben eine Erkrankung, die durch eine trockene, juckende und oftmals entzündete Haut gekennzeichnet ist. Es handelt sich dabei um ein chronisches Problem, welches auf eine Vielzahl an Ursachen zurückgeführt werden kann.

Verantwortlich dafür ist unter anderem eine veranlagungsbedingte Störung der Hautfunktion. Zusätzliche Einflüsse – auch Provokationsfaktoren genannt – wie etwa Allergien, falsche Kleidung oder Stress sorgen für den Ausbruch. Grundsätzlich kommt das atopische Ekzem in allen Altersgruppen vor. Am stärksten tritt Neurodermitis bei Kindern bis fünf Jahren auf. Diese Hautkrankheit ist nicht ansteckend. Sie kennzeichnet, dass sich beschwerdefreie Phasen und Schübe abwechseln.

Milchschorf

Neurodermitis, Baby: Bei der Kombination dieser beiden Stichworte ist ein dritter Begriff nicht weit: der Milchschorf. Er gilt als erstes Anzeichen für diese Hautkrankheit und ist ab einem Alter von drei Monaten zu beobachten. Auf der Kopfhaut der Neugeborenen bilden sich mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen. Allmählich gehen daraus weiße, teil gelblich-braune Verkrustungen hervor. Weil das optisch an verbrannte Milch erinnert, hat sich die Bezeichnung des Milchschorfs entwickelt. Nicht nur auf der Kopfhaut tritt diese Veränderung auf – sie erstreckt sich unter Umständen auch auf die Stirn, die Wangen und andere Bereiche des Gesichts.

Gibt sich dieses Phänomen zu erkennen, bedeutet das jedoch nicht automatisch, dass das Baby von Neurodermitis betroffen ist. Es kann sich ebenso um den harmlosen Kopfgneis handeln, der auf einer vorübergehenden Überproduktion der Talgdrüsen beruht. Bei mehr als jedem zweiten Säugling kommt es zu einer solchen Schuppenbildung auf dem Kopf.

Neurodermitis bei Babys

Hat mein Baby Neurodermitis? Das sind die typischen Symptome

Der beschriebene Milchschorf kann – muss aber nicht – ein Vorbote für eine Neurodermitis sein. Anders als der unbedenkliche Kopfgneis geht er jedoch mit einem Juckreiz einher. Trotzdem bedeutet auch ein Milchschorf nicht zwingend, dass langfristige Hautprobleme bei dem betroffenen Kind zu befürchten sind. Häufig verschwindet dieses Phänomen bis zum Alter von zwei Jahren wieder und es gibt keine weiteren Beschwerden einer Neurodermitis zu konstatieren. Es ist allerdings immer ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Sollte doch die chronische Hauterkrankung vorliegen, hilft idealerweise eine frühzeitige Behandlung dabei, die Ausbreitung abzuschwächen.

Eine Neurodermitis beim Baby betrifft weitere Körperstellen. Diese weisen Rötungen auf, jucken teils stark und bilden schuppige Ekzeme. Die Haut ist dazu stark ausgetrocknet. Vom Alter hängt ab, an welchen Bereichen die Veränderungen vor allem auftreten. Neurodermitis bei Babys kommt am häufigsten im Kopfbereich wie etwa im Gesicht oder an den Ohren vor.

Typische Stellen bei Kleinkindern sind die Ellenbogen, die Armbeugen, die Handgelenke oder auch die Knie. Hierbei wird auch von Beugeekzemen gesprochen. Des Weiteren sind der Hals, der Nacken, die Schultern, die Oberschenkel, das Gesäß, die Oberseite der Füße sowie die Hände zu nennen. Im Gesicht kann eine Neurodermitis Kinder ebenso belasten. Hier macht sie auch vor den Lippen und den Augenlidern nicht Halt.

Mögliche Auslöser für Neurodermitis bei Kindern

Die Frage, wodurch Neurodermitis ausgelöst wird, ist auch heute noch nicht vollends geklärt. Was aber feststeht: Die Basis bildet eine angeborene Veranlagung. Ist mindestens einer der beiden Elternteile von der Hautkrankheit betroffen, besteht ein Risiko von 40 Prozent, dass sie auch das Kind ereilt. Bei 67 Prozent liegt diese Wahrscheinlichkeit gar, wenn sowohl Mutter, als auch Vater unter Neurodermitis leiden. Als zusätzliche Verstärker gelten allergisches Asthma sowie verschiedene Allergien wie etwa gegen Hausstaubmilben oder Pflanzenpollen.

Unverträglichkeiten gegen Lebensmittel sind ebenfalls typische Auslöser, warum Neurodermitis bei Kindern in Erscheinung tritt. Derartige Allergien können Produkte wie Soja, Weizen, Kuhmilch oder Nüsse betreffen. Auch weil die Kleinen im Laufe der Zeit eine zunehmende Toleranz gegen diese Nahrungsmittel entwickeln, schwächt eine Neurodermitis bei Kindern oftmals ab.

Farbstoffe, Konservierungsmittel, Staub, Austrocknen der Haut, verstärktes Schwitzen – all das sind weitere Auslöser einer Neurodermitis. Durch den Kontakt mit Wollfasern vermag sie ebenso hervorzutreten. Sogar ein Mangel bestimmter Eiweiße beeinträchtigt die Barrierefunktion der Haut und ist als potenzielle Ursache zu berücksichtigen. Auf extreme Hitze oder Kälte sei außerdem als Auslöser für eine Neurodermitis bei Kindern hingewiesen. Nicht zu vergessen sind psychische Anspannungen wie Stress, die als Faktoren in Frage kommen.

Neurodermitis beim Baby: Diese Risiken gibt es

Tritt bei einem Baby Neurodermitis auf, bringt das gewisse Risiken mit sich. Gerade bei Kleinkindern fällt es schwer, sie vom Kratzen abzuhalten. Aufgrund trockener Haut und dem typischen Juckreiz ist eine solche Reaktion absolut nachvollziehbar. Durch das Kratzen können jedoch Wunden entstehen. Die beschädigte Schutzbarriere vermag dann Bakterien und andere Krankheitserreger weniger gut abzuhalten. Infektionen sind dadurch umso wahrscheinlicher. Das hat Auswirkungen auf den Zustand der Haut, der sich daraufhin weiter verschlechtert, woraufhin sich oftmals auch das Jucken verstärkt. In diesem Zusammenhang wird daher auch von einem Teufelskreis gesprochen.

Neurodermitis bei Kindern, die bereits etwas älter sind, bringt womöglich auch psychische Folgen mit sich. Die Hautveränderungen werden als störend empfunden und erhöhen den Stress – und dieser ist wiederum ein möglicher Faktor, der die Krankheit verstärken kann. Nächtlicher Juckreiz verursacht Schlafstörungen und führt dazu, dass die Kinder tagsüber müde und ebenfalls gestresst sind.

Lässt sich Neurodermitis bei Babys vorbeugen?

Das Vorbeugen von Neurodermitis bei Babys ist insbesondere dann sinnvoll, wenn eine familiäre Vorbelastung besteht. Davon lässt sich sprechen, wenn einer oder gar beide Elternteile von Neurodermitis betroffen sind und weitere atopische Erkrankungen wie allergisches Asthma, Heuschnupfen oder Nahrungsmittelallergien auftreten. Unter diesen Voraussetzungen lassen sich einige Hinweise berücksichtigen, um das Risiko für eine Neurodermitis beim Baby zu verringern.

Rauchen unterlassen Während der Schwangerschaft gilt das Rauchen ohnehin als Tabu. Es würde ein Risiko für verschiedene Krankheiten darstellen – dazu gehört auch Neurodermitis. Auf Zigaretten ist aber ebenso nach der Geburt weiterhin zu verzichten, da Tabakrauch als potenzieller Trigger für die Hautkrankheit gilt.  
Stillen Müttern wird empfohlen, dass sie ihr Baby mindestens in den ersten vier Monaten nach der Geburt voll stillen. Auch das reduziert das Risiko, dass das Kleinkind Neurodermitis bekommt.
Ernährung der Mutter Eine ausgewogene Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft sowie des Stillens sollte als selbstverständlich erachtet werden. Ratsam ist es dabei, regelmäßig Fisch auf den Speiseplan zu packen. Erwiesenermaßen hilft das, atopischen Krankheiten vorzubeugen.
Ernährung des Babys Fisch darf nicht nur die Mutter selbst verzehren, sondern ihrem Kind auch schon in seinem ersten Lebensjahr zu essen geben – die Gründe dafür sind identisch: Das Risiko für atopische Erkrankungen wie Neurodermitis sinkt dadurch. Ab dem vierten Lebensmonat ist Beikost für das Baby ratsam. Handelt es sich um Risikokinder, die nicht voll gestillt werden können, ist hypoallergene Säuglingsnahrung zu empfehlen. Zu meiden sind in solchen Fällen hingegen Ersatzprodukte für Muttermilch wie etwa Soja- oder Kuhmilch.

Vorsicht ist zudem mit Katzen geboten, die im Haushalt leben. Sollte das Risikokind eine Allergie aufweisen, würde auch das ein Risiko bedeuten.

Die richtige Pflege, wenn das Baby Neurodermitis hat

Viele Eltern suchen unter den beiden Begriffen „Neurodermitis Baby“ nach Hinweisen im Netz, wie sie die Haut ihres Nachwuchses optimal pflegen. Dafür gibt es eine recht einfache Regel, die das Wichtigste zusammenfasst:

  • A – antientzündlich
  • B – Barriere stärken
  • C – Care, zu Deutsch: Pflege

Idealerweise vereint eine Neurodermitis Creme für Kinder genau diese drei Eigenschaften und macht es damit denkbar einfach, den Zustand der Haut wesentlich zu verbessern. Doch was ist ganz konkret mit einer solchen ABC-Pflege gemeint? Das Attribut antientzündlich verlangt nach Inhaltstoffen, die eine Entzündung der Haut lindern und damit den belastenden Juckreiz spürbar abschwächen. Die durch Trockenheit angegriffene Schutzbarriere muss gestärkt werden – auch das verringert das Jucken und sorgt dafür, dass die Haut Erreger besser abhält. Das englische Wort „Care“ steht für Pflege. In diesem Fall zielt es darauf ab, mit regelmäßiger Behandlung dafür zu sorgen, dass die Hautschutzbarriere aufrechterhalten werden kann.

Eine Neurodermitis Baby Creme erfüllt den Zweck, Feuchtigkeit zu spenden und rückfettend zu wirken. Achten Sie als Eltern darauf, dass keine Inhaltsstoffe darin vorkommen, die für eine zusätzliche Reizung der ohnehin schon empfindlichen Haut sorgen. Mineralöle, Emulgatoren, Silikone, Kortison, Farbstoffe, Konservierungsstoffe oder auch Parfüm- und Duftstoffe sollten nicht enthalten sein. Besonders milde, reizarme Produkte für sensible Kinderhaut bietet Dermaplan mit der für den Sommer geeigneten Lipid Balance 1, der für Herbst und Winter vorgesehenen Lipid Balance sowie der Juckreiz Akutpflege an.

Ein reizarmes Waschen ermöglicht das Dermaplan Shower Gel for Kids. Gegenüber einer klassischen Seife ist es die wesentlich bessere Wahl, da es sich als sehr hautfreundlich erweist und nicht für ein zusätzliches Austrocknen sorgt. Generell sollte das Baden des Kleinkinds eher kurz gehalten werden, denn ansonsten verliert die Haut auch dadurch stärker an Feuchtigkeit.

Hilfreiche Tipps gegen Neurodermitis bei Kleinkindern

Wie Sie Neurodermitis Baby idealerweise schon vorbeugen können und wie die richtige Pflege der Haut aussieht, haben Sie nun gelesen. Wir möchten Ihnen in diesem Abschnitt noch einige abschließende Tipps mit auf den Weg geben, wie Sie und Ihre Kinder Neurodermitis gemeinsam bestmöglich meistern.

Kratzen des Kindes vermeiden Wie vermeide ich, dass sich mein Kleinkind bei Neurodermitis kratzt? Helfen kann hier beispielsweise ein spezieller Overall. Solche Kleidungsstücke bedecken die Haut atmungsaktiv und umhüllen die Hände. Alternativ dazu bieten sich Baumwollhandschuhe für die Kleinen an. Zugleich sollten die Fingernägel kurz geschnitten sein. All das trägt dazu bei, dass die Kleinen ihre Haut nicht schädigen.
Aufmerksamkeit schenken, Verständnis zeigen Neurodermitis Baby: Es ist eine Belastung für das Kleinkind, zu der es anfangs nur mit Schreien aufmerksam machen kann. Von den Eltern sind daher Geduld und Verständnis verlangt. Im etwas weiter fortgeschrittenen Alter belastet Neurodermitis Kinder womöglich auch psychisch – sie schämen sich vor Gleichaltrigen oder haben Angst, ausgegrenzt zu werden. Umso wertvoller ist dann das Signal der Eltern an ihre Sprösslinge, dass sie mit ihrem Problem nicht allein sind.
Eincremen angenehm gestalten Zwei Mal täglich sollte eine Neurodermitis Baby Creme angewendet werden. Oftmals empfinden das die Kleinen aber als unangenehm. An den Eltern liegt es daher, diesen Vorgang so zu gestalten, dass sich das Kind möglichst wohlfühlt. Das kann etwa gelingen, wenn Sie nebenbei etwas Musik laufen lassen, die dem Knirps gefällt. Leichtes Einmassieren hilft unter Umständen ebenso.
Auf die Kleidung achten Die falsche Kleidung kann ein Auslöser für Neurodermitis bei Babys sein. Deswegen ist auf ein hautfreundliches Material wie Baumwolle zu achten. Der Stoff sollte weich sein und auf keinen Fall kratzen. Besonders wichtig ist das im Halsbereich und an den Beinen, wo die Haut als besonders empfindlich gilt, wenn Neurodermitis bei Kindern in Erscheinung tritt. Atmungsaktive Kleidung verhindert eventuelles Schwitzen, was ebenfalls ein Risiko für die Haut bedeutet.

Neurodermitis Baby: Häufig gestellte Fragen

Sind Eltern erstmals mit dem Thema Neurodermitis bei ihrem Baby konfrontiert, müssen sie sich zunächst umfassend informieren. Wir hoffen, mit unserem Ratgeber schon für deutlich mehr Klarheit gesorgt zu haben. Im jetzt anschließenden FAQ-Bereich greifen wir noch einmal die wichtigsten Fragen zu Neurodermitis bei Kleinkindern auf und beantworten diese für Sie.

Nicht selten tritt ein Hautausschlag im Windelbereich von Babys auf. Dadurch liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine Neurodermitis handeln könnte. Genau das trifft in diesem Fall aber nicht zu. Diese Körperregion ist schlichtweg zu feucht dafür, sodass sich dort kein atopisches Ekzem entwickelt. Typische Bereiche für Neurodermitis beim Baby sind vielmehr die Kopfhaut, das Gesicht sowie gegebenenfalls die Arme und Beine.

Zum Waschen eines Neurodermitis Babys ist es ganz wichtig, auf ein mildes Reinigungsmittel zu setzen. Eine alkalische Seife wäre zu aggressiv und fördert nur das Austrocknen der Haut. Zudem sollte das Wasser nicht zu heiß, sondern lieber lauwarm sein. Die Badedauer halten die Eltern kurz. Das anschließende Abtrocknen gelingt durch vorsichtiges Tupfen mit dem Handtuch am besten. Nach dem Waschen ist die Haut für eine pflegende Neurodermitis Baby Creme aufnahmebereit.

Der Milchschorf ist ein typisches Indiz für Neurodermitis bei Babys. Er zeigt sich als gelblich-bräunliche Schuppenbildung auf der Kopfhaut. Kurz darauf folgen zumeist weitere Symptome in Form von juckenden, schuppigen Ekzemen. Dazu ist die Haut merklich trocken. Durch vermehrtes Schreien und wiederkehrendes Kratzen des Kindes lässt sich auf den Juckreiz schließen. Oftmals ist außerdem eine doppelte Lidfalte, die sogenannte Dennie-Morgan-Falte, unter den Augen zu erkennen. Eine Neurodermitis äußert sich immer in Schüben.

Die Diagnose Neurodermitis bedeutet nicht automatisch, dass das Kind davon sein ganzes Leben lang betroffen ist. Vielmehr gilt die Faustregel: Je früher das Phänomen auftritt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es im Laufe der Zeit wieder verschwindet. Bis zu 80 Prozent der Neurodermitis Babys sind im Grundschulalter beschwerdefrei. Es gibt jedoch auch Patienten, bei denen die Symptome bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben. Mit der richtigen Pflege lassen sich die Beschwerden oftmals weitgehend reduzieren.