27.01.21

Neurodermitis

Neurodermitis – ein weit verbreitetes Problem

Rund vier Millionen Menschen leiden allein in Deutschland unter Neurodermitis. Bei knapp einem Achtel der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen wird diese Diagnose gestellt. Die Krankheit bildet sich in aller Regel schon bei Kleinkindern aus und bessert sich tendenziell mit fortschreitendem Alter. Bei manchen zeigen sich die Symptome sehr mild, bei anderen äußert sich die Neurodermitis besonders stark. Insgesamt sind jedoch Kinder häufiger betroffen als Erwachsene. Manche begleitet sie ein ganzes Leben, aber oftmals verringern sich die Symptome während der Pubertät. Dennoch bleibt die Haut das ganze Leben lang pflegebedürftig, da sie trocken und empfindlich ist.

Bei Neurodermitis fehlen der Hornschicht Fette und Feuchthaltefaktoren. Dadurch ist ihre Barrierefunktion gestört und sie kann den Körper nicht in nötigem Maße vor Krankheitserregern schützen. Die ganz konkrete Ursache für diese Erkrankung ist noch nicht abschließend geklärt. Es steht aber fest, dass eine genetische Veranlagung vorliegt. Anzunehmen ist, dass es durch bestimmte Auslöser – sogenannte Provokationsfaktoren – zum Ausbruch kommt. Das können unter anderem hormonelle Schwankungen, Stress, Rauchen, Allergien oder auch Schwitzen sein.

Einfluss haben zudem das Klima und die Jahreszeit. Die kalten Temperaturen des Winters in Kombination mit trockener Heizungsluft sind ebenso ungünstig wie Hitze und starke Sonneneinstrahlung. Problematisch zeigt sich des Weiteren der Griff zu falschen Kosmetika und Reinigungsprodukten, in denen reizende Inhaltsstoffe vorkommen. Welche Trigger den Ausbruch letztlich verursachen, ist individuell abhängig.

Beruhigung für die angegriffene Haut

Eine gesunde Hautbarriere ist widerstandsfähig und schützt vor Reizungen. Über der Lederhaut befindet sich die Hornschicht. Diesen Namen trägt sie, da Hornzellen gemeinsam mit Fetten verbunden sind. Ihre Aufgabe besteht darin, nicht nur äußere Einflüsse abzuwehren, sondern auch einen Feuchtigkeitsverlust zu verhindern. Bei einer Neurodermitis ist die Hornschicht weniger robust, da es ihr an Fetten mangelt und sie die Feuchtigkeit nur bedingt halten kann. Daher ist die Haut durchlässiger und Allergene dringen leichter ein. Somit steigt das Risiko für Irritationen und Entzündungen.

Ein Juckreiz veranlasst die Betroffenen zum Kratzen an den entsprechenden Stellen. Dadurch verschlimmert sich der Zustand zusätzlich, denn die Haut wird weiter geschädigt. Reizstoffe und Allergene gelangen in der Konsequenz noch leichter durch die angegriffene Schutzbarriere. Während bis zu 15 Prozent der Kleinkinder unter Neurodermitis leiden, sind es im Erwachsenenalter zwischen zwei und vier Prozent. Gerade bei Erwachsenen ist jedoch oftmals ein schwererer Verlauf zu beobachten.

Unterschiede bestehen ebenso bei den betroffenen Hautpartien. Bei Säuglingen tritt die Neurodermitis vor allem auf den Wangen sowie an den Außenseiten von Beinen und Armen auf – weniger häufig auch auf Bauch, Brust und Rücken. In späteren Jahren entwickeln sich der Nacken, die Ellenbeugen, Kniekehlen sowie Handflächen und Fußsohlen zu den problematischen Bereichen. Seltener kann auch das Gesicht involviert sein. Unabhängig davon bedarf es einer Behandlung, die mit Cremes oder Salben erfolgt. Neben einem juckreizstillenden Effekt helfen sie auch durch das Hemmen von Entzündungen

Pflege der Haut bei Neurodermitis

Bei Neurodermitis ist eine kontinuierliche Pflege der Haut erforderlich. Dementsprechend sollte nicht nur bei auftretenden Symptomen reagiert, sondern auch vorbeugend gehandelt werden. Grundsätzlich müssen sich die meisten Betroffenen ihr ganzes Leben mit trockener Haut auseinandersetzen. Deswegen ist eine Basispflege, wie Dermatologen sie nennen, unerlässlich. Das damit verbundene Ziel besteht darin, die Hautbarriere zu stabilisieren. Dadurch soll es gelingen, Schübe der Krankheit hinauszuzögern, abzuschwächen oder gar zu vermeiden. Zudem ist auch in symptomfreien Zeiten davon auszugehen, dass häufig unterschwellige Entzündungen der Haut bestehen und die Barriere insgesamt unter einer Störung leidet.

Bei der täglichen Reinigung gilt es zu bedenken, dass bei jedem Waschen Fett und Feuchtigkeit aus der Haut gelöst werden. Schon allein durch Wasser geschieht das. Mit bestimmten Seifen und anderen Reinigungsmitteln verstärkt sich dieser Effekt, sofern diese nicht pH-neutral sind. Ein ideal geeignetes Produkt ist die Dermaplan Wash Balance, bei welcher die Anwender von ihren rückfettenden Eigenschaften profitieren. Wie bei allen Produkten der Marke sind auch hier keinerlei allergene und schädliche Inhaltsstoffe enthalten. Stattdessen wird die Haut auf schonende Weise sauber. Ebenfalls schonend ist das Tonic Sensitive als klärendes Gesichtswasser, welches ohne Alkohol auskommt. Stattdessen stärken Panthenol, Urea und Allantoin die angegriffene Barriere und spenden ihr Feuchtigkeit.

Zur Hautpflege bei Neurodermitis gehört zudem das regelmäßige Eincremen, was idealerweise morgens und abends auf dem Plan stehen sollte. Dadurch lässt sich gewährleisten, dass der Fett- und Feuchtigkeitsgehalt auf einem möglichst gleichmäßigen und ausreichenden Niveau bleibt. Letztlich wird die Hautbarriere somit gestärkt und ihr Zustand auf Dauer verbessert. Dabei gibt es zwei simple wie hilfreiche Regeln: Fett auf trocken und feucht auf feucht. Gemeint ist damit, dass Produkte mit einem hohen Fettgehalt trockene Haut pflegen, da sie einen Feuchtigkeitsverlust verhindern. Nässt die Haut allerdings, sollte zu Cremes mit einem höheren Wasseranteil gegriffen werden, da sie eine kühlende und austrocknende Wirkung besitzen.

Sinnvoll ist es außerdem, den Fettanteil auf die Jahreszeit anzupassen. In den Wintermonaten zeigt sich die Schutzhülle trockener als im Sommer und braucht daher mehr Fett. Dermaplan verfügt in seinem Sortiment über die Lipid-Balance Serie, welche je nach Produkt einen Fettgehalt von 15, 30 oder 42 Prozent aufweist. Mit der Juckreiz Akutpflege lassen sich die Symptome einer Neurodermitis schnell in den Griff bekommen. Die Juckreiz Dauerpflege ist unterdessen vorbeugend einzusetzen.

Neurodermitis Ratgeber

Was Sie über Neurodermitis wissen sollten Neurodermitis ist eine chronische oder chronisch-wiederkehrende entzündliche Hauterkrankung, die mit starkem Juckreiz verbunden ist und meist in Schüben verläuft. Die Intensität der Beschwerden hängt zum Teil vom Alter der Betroffenen ab und kann die Lebensqualität stark eingeschränken. Neurodermitis ist KEINE ansteckende Krankheit. Sie gilt zwar als unheilbar, jedoch ist sie sehr gut behandelbar, so dass durch die unterschiedlichsten Therapiemöglichkeiten eine Minderung des Juckreizes und der trockenen Haut erreicht werden kann

  1. Symptome von Neurodermitis
  2. Formen der Neurodermitis
  3. Neurodermitis bei Säuglingen und Kindern
  4. Neurodermitis bei Erwachsenen
  5. Mögliche Ursachen und Symptome bei Neurodermitis
  6. Untersuchungen und Diagnose bei Neurodermitis
  7. Hilfreiche Tipps zur Behandlung bei Neurodermitis
  8. Unsere Hautpflege-Empfehlung bei neurodermitischem Juckreiz
  9. Unsere Hautpflege-Empfehlung bei Neurodermitis nach dem Juckreiz
  10. Allgemein sollten Sie beachten
  11. Sie möchten sich mit anderen Betroffenen austauschen
gereizte Haut

Symptome von Neurodermitis

Die Symptome der Neurodermitis unterscheiden sich meist nach dem Alter der Betroffenen und können in ihrer Intensität sehr unterschiedlich sein. Charakteristisch in jedem Alter jedoch ist, dass Neurodermitis immer schubweise auftritt, so dass auf eine beschwerdefreie Zeit immer eine Zeit mit teilweise extremen Symptomen folgt.

Die häufigsten Symptome hierbei sind:

  • Trockene und gerötete Haut
  • Schuppende und manchmal nässende Haut
  • Meist starker Juckreiz
  • Tritt Schubweise auf
  • Durch Kratzen entstehen häufig Ekzeme
  • Neigung zu allergischem Asthma
  • Neigung zu allergischem Schnupfen und zu allergischer Bindehautentzündung

Formen der Neurodermitis


Es gibt zwei Arten der Neurodermitis: den intrinsischen und den extrinsischen Typen.

Wenn ein Betroffener am intrinsischen Typ der Neurodermitis leidet, so bedeutet dies, dass die Blutwerte im Bereich der sogenannten IgE-Antikörper normal sind. Es bildet sich hier meist nur eine leichte Neurodermitis aus, ohne zusätzliche Allergien der Atemwege. Dieser Neurodermitis Typ tritt häufiger auf und wird oft als Vorstufe des extrinsischen Neurodermitis Typs angesehen.

Beim extrinsischen Typ der Neurodermitis, weisen die Blutwerte IgE-Antikörper auf. Daher ist in diesen Fällen die Wahrscheinlichkeit größer, zusätzlich auch an Asthma oder Heuschnupfen zu erkranken.

Neurodermitis bei Säuglingen und Kindern

Eine Neurodermitis Erkrankung tritt bei Kindern sehr häufig auf. Die Krankheit ist auch unter dem Namen “atopische Dermatitis“ oder “atopisches Ekzem“ bekannt. Sie gilt, als die häufigste chronische Hauterkrankung bei Kindern.

In Europa und Nordamerika sind 2,5 bis 5% der Bevölkerung betroffen. Das Risiko, an Neurodermitis zu leiden, beträgt bei einem erkrankten Elternteil 30%, bei beiden Elternteilen mit Neurodermitis leider schon bis zu 60%. Neurodermitis zeigt häufig pathologische Reaktionen auf Umweltfaktoren.

Die erbliche Veranlagung zur Neurodermitis lässt sich bei etwa 2/3 der Patienten nachweisen. Erstsymptome der atopischen Dermatitis treten bei 80% der Patienten schon in den ersten beiden Lebensjahren auf.

Neurodermitis

Meist beginnt beim Baby der Krankheitsverlauf der Neurodermitis im Gesicht und an der behaarten Kopfhaut: hier bildet sich der so genannte Milchschorf. Dies ist eine gelblich-weiße Schuppenkruste auf der geröteten Kopfhaut. Diese Hautveränderungen können auch nässen. Zusätzlich lässt sich die Neurodermitis in diesem Alter meist auf den Streckseiten von Armen und Beinen erkennen und manchmal bildet sich zusätzlich ein nässendes Ekzem im Mundbereich.

Bei Kindern mit Neurodermitis ist die natürliche Fettschicht der Haut zu dünn und die Hautbarriere gestört, was den Schutz vor äußerlichen Reizen auf den Körper deutlich vermindert. Hinzukommt, dass ihr gestörtes Immunsystem überempfindlich auf Reize reagiert. Hautrötungen und Juckreiz sind die Folge

Bereits im 1. Lebensjahr entwickeln die „kleinen“ betroffenen Patienten Beugeekzeme, d.h. gerötete, schuppende und mit Krusten bedeckte Hautstellen in den Falten von z. B. Kniekehlen, Ellenbogen und/oder Handgelenken. Die Haut nässt und ist jedoch gleichzeitig trocken und kann kaum Feuchtigkeit speichern. Demzufolge entwickelt sich ein vermehrter Juckreiz.

Mit zunehmendem Alter verdicken sich diese Hautstellen (Flechtenbildung oder Lichenifikation), und das Hautbild wird gröber. Weiterhin können diese Bereiche der Haut hyper- oder hypopigmentiert sein – d.h. dass sie entweder zu stark oder zu schwach gefärbt sind.

Symptome einer Neurodermitis Erkrankung treten bei etwa 60% aller Kinder bereits in den ersten 12 Lebensmonaten auf. Bis zum Kindergartenalter ist bei etwa 90% der erkrankten Kinder die Neurodermitis ausgebrochen und erkannt. In den folgenden Jahren bis hin zur Pubertät ist aber bei den meisten Kindern ein positiver Krankheitsverlauf zu erkennen und die Beschwerden nehmen ab.

Neurodermitis bei Erwachsenen

Wenn bei einem Betroffenen die Neurodermitis über die Pubertät hinaus bestehen bleibt, zeigen sich hier die Symptome meist im Zusammenspiel mit der beruflichen Tätigkeit und die Haut reagiert auf z.B. verschiedene Umweltreize mit einem erneuten Krankheitsschub.

Meist zeigt sich die Neurodermitis bei betroffenen Erwachsenen im Augen- und Stirnbereich, dem Hals, den Beugeseiten der Extremitäten sowie in Hand- oder Fußrücken. Manche Patienten entwickeln allerdings nur eine leichte Neurodermitis mit Lippenentzündung (Cheilitis), kleinen Hautrissen (Rhagaden) im Mundwinkel, im Bereich der Ohren oder an den Fingerspitzen (Pulpitis sicca) sowie Brustwarzenekzem.

Nach einem langanhaltenden Verlauf der Krankheit kann sich z.B. auch eine Vergröberung und Verdickung der Haut, hervorgerufen durch ständiges Reiben und Kratzen, entwickeln. In den Handflächen und an den Fußsohlen kann sich häufig die Hornschicht verdicken und es kann zu tiefen schmerzhaften Einrissen, den Fissuren, kommen. Chronische Entzündungen und chronisches Reiben führen zu einer verstärkten Pigmentierung der Haut, insbesondere im Bereich des Nackens, dem sogenannten „dirty neck“.

Neurodermitis bei Erwachsenen zeigt sich hauptsächlich durch:

  • Eine so genannte lederartige Verdickungen der Gesichtshaut (Facies leonina)
  • Die flächendeckende lederartige Verdickungen der Haut (Lichenifikation)
  • Starken Juckreiz
  • Irritabilität
  • Kleine juckende Hautknoten (Prurigoknötchen)

Mögliche Ursachen und Symptome bei Neurodermitis


Die Ursachen für den Ausbruch einer Neurodermitis sind leider nicht abschließend geklärt. Allerdings scheinen sowohl genetische als auch spezielle Auslösefaktoren (auch als „Triggerfaktoren“ bezeichnet) für das Auftreten der Erkrankung bzw. der Erkrankungsschübe eine Rolle zu spielen.

Häufig kommt es mit zunehmendem Alter zu einer spontanen Besserung der Symptome oder auch (nicht selten) zu einer vollständigen Abheilung der Erkrankung. Die Hautveränderungen können sich bei der Hälfte der Patienten bis zum 20. Lebensjahr zurückbilden. Da jedoch die genetische Belastung weiter besteht, können die verschiedensten Faktoren jederzeit einen neuen Schub auslösen. 30-50% aller Patienten entwickeln außerdem eine weitere atopische Erkrankung wie z.B. Heuschnupfen oder Asthma.

Zu den häufigsten Provokations- bzw. Triggerfaktoren bei Neurodermitis zählen


Faktoren, die den Ausbruch der Erkrankung fördern bzw. einen Krankheitsschub begünstigen können, bezeichnet man als sogenannte Provokations- oder Triggerfaktoren.

  • Schwitzen
  • Klima – Kälte, Schwüle, Trockenheit
  • Hormone (z. B. während der Menstruation)
  • Blütenpollen
  • Tierhaare
  • Hausstaubmilben (Kot)
  • Nikotin
  • Konservierungsstoffe, Parfüm
  • Ozon, Chlor
  • Stress, Anspannung
  • Textilien / Hautkontakt mit Wolle
  • Austrocknung der Haut durch zu häufiges Baden/Waschen (gerade bei Kleinkindern)
  • Verschiedene Nahrungsmittel

Beispielsweise entstehen in der Kindheit eher die Austrocknung der Haut durch häufiges Baden und Waschen und bei ca. 15-20% der Patienten Inhalationsallergien auf Pollen, Tierhaare und Hausstaubmilben, seltener jedoch allergische Reaktionen auf z.B. Nahrungsmittel. Im Erwachsenenalter hingegen sind diese allergischen Reaktionen nur noch selten Auslöser. Dafür stellt dann vielmehr emotionaler Stress einen großen Risikofaktor dar.

Um die Behandlung der Neurodermitis gut in den Griff zu bekommen, ist eine Meidung dieser Faktoren unerlässlich. Daher ist es für jeden Betroffenen auch äußerst wichtig herauszufinden, welcher individuelle Auslöser bei ihm eine zentrale Rolle spielt, um ihn dann entsprechend meiden zu können.

Bei Neurodermitis-Patienten ist die Hautbarriere gestört. Dies ist bei Neurodermitis die Ursache von extremer Trockenheit, Irritabilität und Wasserverlust der Haut. So können Allergene leichter in die Haut eindringen und einen Neurodermitis-Schub auslösen. Bei einem Schub reagiert das Immunsystem der Betroffenen überschießend auf eigentlich harmlose Reize und daher kommt es zu einer Entzündungsreaktion verbunden mit starkem Juckreiz.

Bei Neurodermitis-Patienten ist die Hautbarriere gestört. Dies ist bei Neurodermitis die Ursache von extremer Trockenheit, Irritabilität und Wasserverlust der Haut. So können Allergene leichter in die Haut eindringen und einen Neurodermitis-Schub auslösen. Bei einem Schub reagiert das Immunsystem der Betroffenen überschießend auf eigentlich harmlose Reize und daher kommt es zu einer Entzündungsreaktion verbunden mit starkem Juckreiz.

In den letzten Jahrzehnten hat die Anzahlt der Neurodermitis Erkrankungen in der westlichen Welt stark zugenommen.

Doch was ist dafür verantwortlich? Eine Frage die unter Fachleuten viel diskutiert wird. Die vermutlich naheliegende Antwort ist wohl, dass ein Wandel der Lebensweise für die Anhäufung von Neurodermitis Erkrankungen verantwortlich ist. Es gibt mittlerweile einen deutlich höheren hygienischen Standard und demzufolge einen wesentlich geringeren Kontakt zu diversen Stoffen aus der Umwelt. Das Immunsystem einiger Menschen reagiert daher auf eigentlich harmlose Reize. Die Waschgewohnheiten haben sich über die letzten Jahrzehnte ebenfalls verändert. Möglicherweise, wird dadurch die Hautbarriere in Mitleidenschaft gezogen wird und die Haut reagiert sensibler.

Untersuchungen und Diagnose bei Neurodermitis


Sollten Sie bei sich oder Ihrem Kind den Verdacht auf eine Neurodermitis haben, so ist der Besuch bei einem Arzt unabdingbar. Der Arzt legt in der Diagnose fest und…

…wenn 3 der folgenden 4 Hauptkriterien zutreffen:

  • Massiver Juckreiz
  • Typisch verteiltes Ekzem (dem Alter entsprechend)
  • Chronisch oder wiederholt auftretende Symptome
  • Bereits bestehende atopische Krankheit (wie Pollenallergie, Asthma) beim Kind selbst oder einem nahen Verwandten

…und 1 der folgenden 4 Nebenkriterien erfüllt ist:

  • Erhöhte Blutwerte für IgE-Antikörper
  • Positiver Allergietest (Prick- und Intrakutantest) auf mögliche Allergene
  • Weißer Dermographismus (nach mechanischer Reizung der Haut, etwa mit einem Spatel oder Fingernagel, blasst die Haut ab statt sich zu röten)

...handelt es sich um Neurodermitis.

Neurodermitis

Wenn sich Ihr Kind häufiger kratzt, Ihnen Hautrötungen auffallen und diese Symptome anhalten, dann sprechen Sie Ihren Kinderarzt darauf an! Er wird zunächst die Krankheitsgeschichte (Anamnese) erheben. So kann er Details über den Verlauf der Krankheit herausfinden und die Symptome entsprechend dazu in Verbindung bringen. Vermutet der Arzt den extrinsischen Typ der Neurodermitis, wird Ihr Kind durch einen Prick- oder Intrakutantest auf verschiedene Allergene (z.B. Tierhaare, Pollen, Milben, etc.) getestet. Hiermit kann man herausfinden, ob eine allergische Neurodermitis vorliegt und welche Auslöser einen Schub zur Folge haben.

In speziellen Einzelfällen kann es auch notwendig und hilfreich sein, eine Probebiopsie der Haut (Entnahme und Analyse einer Gewebeprobe) durchzuführen.

Da es natürlich auch weitere Hautkrankheiten mit ähnlichen Symptomen gibt, ist es äußert wichtig, bei Verdacht auf Neurodermitis, diese ausschließen zu können.

Zur weiteren und besseren Diagnose und auch um eine möglichst gute Therapie zu finden, ist es sinnvoll einen Dermatologen und eventuell auch noch einen Allergologen aufzusuchen.
  • Schuppen- oder Ringelflechte (Hände/Füße)
  • Andere Ekzeme (allgemeines Kontaktekzem, irritativ-toxisches Kontaktekzem, mikrobielles Ekzem)
  • Beim Erwachsenen: Ekzem-Stadium des kutanen T-Zell-Lymphoms (eine Form von Krebserkrankung des lymphatischen Systems)
  • Beim Säugling: seborrhoisches Ekzem oder andere seltene Syndrome (z. B. Stoffwechselstörung)
  • Scabies (Krätze)

Hilfreiche Tipps zur Behandlung bei Neurodermitis


Für Betroffene die unter Neurodermitis leiden, ist die richtige Hautpflege das A und O. Nachfolgend möchten wir Ihnen, gerade in Bezug auf die Hautpflege, einige wertvolle Tipps geben.

Die richtige Hautpflege kann hier helfen den Juckreiz-Kratz-Kreislauf zu durchbrechen und die Hautschutzbarriere nachhaltig aufzubauen und zu regenerieren.

Betroffene sollten die Haut regelmäßig eincremen, denn eine konsequente Pflege trägt dazu bei, die angegriffene Hautbarriere zu verbessern und die Haut vor äußeren Reizen zu schützen. Das können Viren und Bakterien, oder aber auch Schweiß, Rückstände vom Waschmittel in der Kleidung sein. Daher ist es wichtig, entsprechende Cremes auch in beschwerdefreien Zeiten zu verwenden – denn die Veranlagung bleibt bestehen und somit einen erneuten Neurodermitisschub zu verzögern

sensible Haut

Wichtig ist, dass die Pflegeprodukte möglichst rückfettend, feuchtigkeitsspendend und OHNE allergene Inhaltsstoffe sind. Je nachdem, ob gerade ein akuter Schub vorliegt oder welche Jahreszeit herrscht, können fettreiche oder wässrige Pflegeprodukte eine bessere Wirkung erzielen. Für die tägliche Basispflege werden in der Regel Cremes oder Lotionen mit höherem Wasseranteil empfohlen. Trockene und rissige Hautpartien profitieren dagegen eher von einer fettigeren Pflegecreme – diese am besten nur auf der betroffenen Hautstelle auftragen.

DERMAPLAN bietet Ihnen die komplette Produktpalette, um die geplagte Haut der Neurodermitiker rundum gut zu versorgen. Bei Problemen mit Juckreiz sollten Sie zunächst mit der Juckreiz-Pflege dafür sorgen, diesen zu lindern, bzw. zu stoppen. Somit durchbrechen Sie auch den Jucken-Kratzen-Kreislauf und können zur unterstützenden, dauerhaft vorbeugenden Hautpflege übergehen. Um starken Neurodermitis-Schüben vorzubeugen, ist eine konsequente Hautpflege auch in den beschwerdefreien Zeiten sehr wichtig. Die Hautschutzbarriere wird nachhaltig regeneriert und gestärkt, so dass Ihre Haut besser gegen äußere Reize gewappnet ist.

Unsere Hautpflege-Empfehlung bei neurodermitischem Juckreiz

  • Morgens und abends das Gesicht und den Körper mit der milden Waschlotion reinigen. Das Gesicht nur sanft abtupfen – nicht rubbeln.
    Die Wash Balance ist in 200ml erhältlich.

  • Nutzen Sie im Anschluss an die Reinigung mit der Waschlotion das milde Gesichtswasser mit pflegenden Inhaltsstoffen OHNE Alkohol. Ein Gesichtswasser entfernt letzte Rückstände auf der Haut, revitalisiert, pflegt und verbessert die Hautbeschaffenheit bei Rötungen.
    Das Tonic Sensitive ist in 200ml erhältlich.

  • Cremen Sie Ihre Juckreiz geplagte Haut mehrmals täglich, bzw. bei Bedarf mit der Juckreiz Akutcreme ein. Nutzen Sie so lange die Akutcreme, bis die gewünschte Juckreizlinderung eingetreten ist. Dies kann einige Tage in Anspruch nehmen.
    Die Juckreiz Akutpflege ist in 50ml erhältlich.

Unsere Hautpflege-Empfehlung bei Neurodermitis nach dem Juckreiz

  • Morgens und abends das Gesicht und den Körper mit der milden Waschlotion reinigen. Das Gesicht nur sanft abtupfen – nicht rubbeln.
    Die Wash Balance ist in 200ml erhältlich.

  • Nutzen Sie im Anschluss an die Reinigung mit der Waschlotion das milde Gesichtswasser mit pflegenden Inhaltsstoffen OHNE Alkohol. Ein Gesichtswasser entfernt letzte Rückstände auf der Haut, revitalisiert, pflegt und verbessert die Hautbeschaffenheit bei Rötungen.
    Das Tonic Sensitive ist in 200ml erhältlich.

  • Cremen Sie Ihr Gesicht und Ihren Körper im Anschluss mit einer reichhaltigen Basispflege ein. Als Nachtcreme eignet sich hierbei besonders gut die Lipid Balance 3 mit ca. 42% Lipiden. Als Tagescreme ist die Lipid Balance 2 mit ca. 30% Lipiden ausreichend. Sollten Sie eine weniger reichhaltige Creme bevorzugen, eignet sich hierbei die Lipid Balance 1 mit ca. 15% Lipiden.
    Die Lipid Balance 1 ist in 50ml und 150ml erhältlich.
    Die Lipid Balance 2 ist in 50ml und 150ml erhältlich.
    Die Lipid Balance 3 ist in 50ml und 150ml erhältlich.

Für unsere DERMAPLAN Produkte gilt grundsätzlich nicht: „Viel hilft viel“, denn bei den guten regenerierenden und schützenden Eigenschaften unserer Pflegeprodukte ist weniger mehr und daher sollten die Produkte grundsätzlich dünn aufgetragen werden.

Unsere DERMAPLAN Produkte sind frei von allergenen Inhaltsstoffen wie Emulgatoren, Mineralölen, Konservierungsstoffen, Parfüm, Farbstoffen, Silikonen, tierischen Bestandteilen und Kortison, so dass Ihre Haut nicht zusätzlich belastet wird und eine konsequente Rückfettung der Haut sichergestellt wird.

Kleiner Tipp für die Hände: Die Seife beim Händewaschen immer gründlich abspülen, denn Seifenrückstände können die Haut unnötig reizen. Beim Duschen wird der dünne, schützende Fettfilm auf der Haut durch den Wasserstrahl abgespült. Nur wenige Duschkopfe haben einen entsprechend sanften Wasserstrahl, der die Hautbarriere nicht angreift. Heißes Wasser und verschiedene Badezusätze können sie zusätzlich austrocknen.

Allgemein sollten Sie 


beim Waschen/Duschen bei Neurodermitis folgendes beachten:

  • Nach Möglichkeit nur jeden zweiten Tag Duschen/Baden.
  • Nach dem Duschen/Baden die Haut schonend sanft abtupfen – auf keinen Fall trocken rubbeln.
  • Die Wassertemperatur sollte 32°C nicht übersteigen und die Duschzeit unter 5 Minuten liegen.
  • Nicht länger als fünf bis zehn Minuten baden.
  • Wenn möglich ölhaltige Wasserzusätze verwenden, da diese rückfettend wirken.
  • Nach dem Duschen/Baden immer mit einer medizinischen Hautpflege speziell für Neurodermitis, z.B. DERMAPLAN Hautpflege, gut eincremen.

Wenn ein akuter Schub einsetzt, können feuchte Umschläge mit schwarzem Tee ergänzend hautberuhigend und entzündungshemmend wirken. Zusätzlich zu den Möglichkeiten einer geeigneten Basistherapie sowie der medikamentösen Behandlung von Neurodermitis stehen weitere Maßnahmen zur Verfügung, die das Leben mit der chronischen Hauterkrankung erleichtern können.

Zu diesen Alternativen zählen

Schulung / Therapie / Entspannungsverfahren

Bewährt hat sich zum Beispiel eine Neurodermitis-Schulung, bei der Betroffene bzw. Eltern mit ihren Kindern mehr über den Umgang mit der Erkrankung lernen können. Im Einzelfall kann auch eine Psychotherapie positive Effekte haben – Studien in dem Bereich haben die Wirksamkeit belegt.

Um als Betroffener Stress abzubauen oder gar zu vermeiden, können Entspannungsverfahren wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Meditationsübungen, Thai-Chi oder Yoga äußerst hilfreich sein.

Umgebungsfaktoren verändern

Auch bei der Berufswahl sollte die atopische Dermatitis berücksichtigt werden. Berufstypische Belastungen wie Feuchtarbeiten, hohe Staubbelastungen und starkes Schwitzen verschlechtern häufig das Hautbild und es kann zu einem Krankheitsschub kommen.

Klimawechsel

Des Weiteren wirkt sich z. B. auch ein Klimawechsel günstig auf mit Neurodermitis betroffenen Patienten aus. Empfehlenswert sind hierbei sowohl Hochgebirgsklima (Allergenarmut, Reizklima) als auch Seeluft, z. B. auf den Nordseeinseln. Viele Betroffene vertragen auch das gute Klima auf den Kanarischen Inseln besonders gut. Jedoch führt eine Klimatherapie in der Regel nur zu einer Stabilisierung der Erkrankung, wenn der Aufenthalt mindestens 3 Wochen beträgt.

Ernaehrung bei Neurodermitis
Ernährung umstellen

Generell gilt für Neurodermitis-Patienten, dass Nahrungsmittel eine Reaktion auslösen können, aber nicht müssen. Während das eine Lebensmittel bei einem Betroffenen eine Verschlechterung der Haut hervorruft, kann es bei einem anderen zu einer Besserung des Hautbildes führen. Eine allgemeine Aussage zur Ernährungstherapie ist daher leider nicht möglich.

Aber es gibt einige allgemeine Regeln: Eine ausgewogene Ernährung stärkt den Körper gegen Infekte, die wiederum Schübe auslösen können. Alkohol und starke Gewürze können problematisch sein, weil sie die Durchblutung der Haut steigern, was dann wiederum den Juckreiz verschlimmert.

Auch mit schnell resorbierbarem Zucker - wie in Süßigkeiten und Weißmehlprodukten – sollten Sie sparsam umgehen, denn er fördert generell entzündliche Prozesse im Körper. Entzündungshemmend wirken hingegen Antioxidantien (z. b. Vitamine A, C und E, Carotinoide, die Spurenelemente Selen und Zink sowie verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe) die in folgenden Lebensmitteln vermehrt enthalten sind: Blaubeeren, Tomaten, Mais, Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln, Hirse, Brennnessel, Brokkoli, Grünkohl und Nüsse.

Trinken Sie in jedem Fall genügend Wasser – min. 2 Liter am Tag sollten es sein. Wasser ist wichtig für den Abbau und Abtransport von Histamin. Meiden Sie histaminreiche Speisen und Getränke wie z.B. Rotwein, Emmentaler Käse oder Salami. Essen Sie wenn möglich gesund, leicht und abwechslungsreich. Bevorzugen Sie biologische Lebensmittel sowie Milchprodukte, Fleisch und Wurst von Tieren aus artgerechter Haltung.

Milben, Hausstaub und Tierhaare vermeiden

Leider sind Körperstellen mit vermehrter Schweißsekretion und dünner Hornschicht besonders betroffen. Weitere Auslöser sind Allergene, die auf dem Luftweg die Haut erreichen wie Hausstaub, Milben, Tierhaare oder Pollen.

Bei einer entsprechenden Sensibilisierung gegenüber Hausstaubmilben sollte deren Konzentration in Ihren Wohnräumen durch Verzicht auf Teppichböden, Plüschmöbel und Textilien (z.B. Vorhänge) verringert werden. Empfehlenswert sind hierbei ebenfalls milbendichte Bettbezüge für Matratzen, Oberbett und Kopfkissen und die Temperatur im Schlafzimmer sollte nicht höher als 16 ° sein, da Milben sich bei höheren Temperaturen besser vermehren können.

Tierhaare gehören zu den bekanntesten Allergenen und lösen häufig besonders schwere Reaktionen an Haut und Schleimhäuten aus, sollten Neurodermitiker besser keine Tiere halten und auf Sportarten die mit Tierkontakt verbunden sind, lieber verzichten.

Geeignete Bekleidungsmaterialien wählen

Auch die Wahl der Kleidung kann einen Neurodermitis Schub beeinflussen. Hier sollte z. B. Schafwolle gemieden werden. Empfehlenswert sind locker geschnittene Baumwollkleidung und bei kühleren Temperaturen auch Kleidungsstücke wie Mäntel, Pullover, Schals und Handschuhe aus Fleece Materialien oder vielleicht gelten aber auch Silbertextilien als optimale Neurodermitis-Kleidung? Ja, denn Silber kann in Textilien eingewoben werden. Diese kleinen Fasern können das Leben mit Neurodermitis erleichtern und zudem die Symptome lindern. Eine positive Wirkung von Silber ist schon lange bekannt.

Sonstiges

Alternative Behandlungsmöglichkeiten wie Homöopathie, Schüßler Salze und die Pflanzenheilkunde können verhindern, dass ein erneuter Schub ausgelöst wird.

Für jeden Betroffenen ist es wichtig, Hilfen zu bekommen oder Strategien zu erlernen, die den Umgang mit der Erkrankung im täglichen Leben ermöglichen. Hier gibt es Angebote zum Beispiel von den Krankenkassen, den Volkshochschulen und verschiedenen Organisationen, die spezielle Neurodermitis-Schulungen anbieten. Diese können Neurodermitis-Patienten und ihren Angehörigen helfen, trotz der Erkrankung eine hohe Lebensqualität aufrecht zu erhalten.

Sie möchten sich mit anderen Betroffenen austauschen?! Dann schauen Sie doch einmal hier vorbei:

www.neurodermitisportal.de

Es handelt sich bei dem Neurodermitisportal um eine gemeinnützige Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Neurodermitis und Allergien. Es wird ein Forum zur Verfügung gestellt, in denen alle Betroffenen kostenlos diskutieren können. Dies ersetzt zwar nicht den Weg zum Arzt, aber oft kann es einfach schon mal helfen, wenn man mit jemandem kommuniziert, der ein ähnliches Schicksal hat.

Dieser Ratgeber soll für Sie ein kleiner Leitfaden mit einigen allgemeinen Hinweisen sein. Er sollte jedoch nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung genutzt werden, da er auf keinen Fall einen Arztbesuch ersetzen kann!

Wir möchten Ihnen selbstverständlich auch gern mit Rat und Tat zur Seite stehen, so dass wir Ihre Fragen – auch rund um unsere Produkte – gern telefonisch oder per Mail beantworten.

FAQ Neurodermitis

Neurodermitis ist eine der am häufigsten auftretenden Hautkrankheiten. Sie verläuft in Schüben – beschwerdefreie Phasen wechseln sich mit akuteren Phasen ab, die von Rötungen, Juckreiz und Entzündungen begleitet werden. Gerade in den vergangenen drei Jahrzehnten ist ein starker Anstieg dieses Phänomens zu verzeichnen: Bei bis zu 300 Prozent liegt der Zuwachs. Selbstverständlich gibt es bei einem derartig komplexen Thema noch offene Fragen an verschiedenen Stellen. Die gängigsten greifen wir hier auf und versehen sie mit den dazugehörigen Antworten.

Bei Babys tritt Neurodermitis vor allem auf der behaarten Kopfhaut als sogenannter Milchschorf und im Gesicht auf. Ab einem Alter von etwa einem Jahr sind zudem Beugeekzeme in den Falten der Ellenbogen, Kniekehlen und Handgelenken möglich. Bei von Neurodermitis betroffenen Erwachsenen geben sich Hautveränderungen vor allem im Bereich der Augen und der Stirn sowie um den Mund, Hals, Nacken, dem Schultergürtel, der oberen Brustregion, auf Handgelenken, Handrücken, den Ellenbogen und den Kniekehlen zu erkennen.

Gemeinsam mit den Händen gilt das Gesicht als der Bereich des Körpers, der den meisten Einflüssen ausgesetzt ist. Beispiele für derartige Faktoren sind Kälte, Hitze, UV-Strahlung, verschmutzte Luft oder auch starker Wind. Ergänzen lassen sich eventuell noch Make-up, Schweiß, dauerhafter Stress und andere ungünstige Bedingungen. Selbst zu kalkhaltiges Wasser ist als denkbare Ursache auszumachen. Neurodermitis im Gesicht stellt sich als besonders belastend dar, weil die Erkrankung für alle Mitmenschen sofort erkennbar ist, was unter Umständen das Selbstvertrauen der Betroffenen reduziert. Verschiedene Trigger können einen Schub hervorrufen. Deswegen sollte genau darauf geachtet werden, welche Auslöser in Frage kommen, um sie möglichst zu umgehen. Zudem ist die Haut im Gesicht dünner als an anderen Körperstellen und damit noch empfindlicher sowie pflegebedürftiger.

Neurodermitiker sollten ihre Haut regelmäßig pflegen – das gilt gleichermaßen für schubfreie Phasen. Wenn keine Beschwerden auftreten, ist es ebenso wichtig, ihr die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken – umso besser wird die Schutzbarriere gestärkt und ihr Zustand stabilisiert. In der Konsequenz verlängern sich die beschwerdefreien Zeitspannen. Bei diesem Krankheitsbild ist die Schutzfunktion der Haut eingeschränkt. Reizstoffe und Allergene haben dadurch leichteres Spiel, einzudringen. Ein Pflegeprodukt sollte dementsprechend auf derartige Inhaltsstoffe verzichten, zu denen etwa Emulgatoren, Konservierungsstoffe, Silikone oder Duft- und Parfümstoffe gehören. Der Trockenheit lässt sich am besten mit einem dermatologisch verträglichen Produkt beikommen, welches rückfettend wirkt und die Schutzbarriere wieder beim Aufbau unterstützt.

Mit Neurodermitis geht eine sehr trockene Haut einher. Dementsprechend ist bei der Reinigung mit Bedacht vorzugehen: Langer Kontakt mit Wasser entzieht ihr noch mehr Feuchtigkeit. Ratsam ist es daher, das Waschen auf eine Dauer von fünf bis zehn Minuten zu begrenzen. Eine milde Wassertemperatur erweist sich als hautfreundlicher, als wenn sie zu heiß gewählt wird. Neurodermitis verlangt nach einem Waschmittel, das frei von Duft- und Parfümstoffen sowie Emulgatoren und weiteren Reizstoffen ist. Idealerweise wirkt es rückfettend, sodass es der Haut Feuchtigkeit und Lipide verleiht. Im Anschluss sollte in jedem Fall eine pflegende Creme aufgetragen werden.