Was tun bei Neurodermitis ?

Feuchte Umschläge

Bei akuten Hautzuständen wirken feuchte Umschläge mit schwarzem Tee hautberuhigend und
entzündungshemmend. Fettarme Kortisoncremes oder auch milchartige Kortisonzubereitungen verkürzen die akute Krankheitsphase. Da auch eine deutliche Besiedelung mit Staphylokokken und anderen Bakterien vorliegt und diese kranheitsverstärkend wirken, werden auch Mischpräparate mit Antibiotika verwandt. Bei subakuten und chronischen Hautveränderungen ist die konsequente Rückfettung der Haut entscheidend. Hier bieten sich Cremes gegen Neurodermitis ohne Konservierungsstoffe, Emulgatoren, Parfum- und Duftstoffe, Paraffine und Silikone an.


Medikamentöse Behandlung

Die medikamentöse Behandlung der atopischen Dermatitis richtet sich nach dem jeweiligen Zustand der Haut. Man unterscheidet akute Hautzustände mit nässenden, stark entzündlichen Hautveränderungen, quälendem Juckreiz und zahlreichen Kratzspuren von subakuten und chronischen Zuständen. Bei letzteren herrschen Lichenifikation (Verdickung der Haut mit verstärkter Hautfelderung), schmerzhafte Risse - vor allem an Handflächen und Fußsohlen- und starke Schuppung vor.


Lichttherapie


In den meisten Fällen wirkt sich die Lichttherapie mit UVA- und/oder UVB-Strahlern günstig aus.
Die Wirkung basiert auf dem immunsuppressiven Effekt der UV-Strahlen. UVA 1-Licht ist bei der akuten atopischen Dermatitis und selektive UV-Therapie (SUP) bei chronischen Hautveränderungen besonders wirksam.


Klimawechsel


Auch Klimawechsel beeinflusst eine atopische Dermatitis günstig. Empfehlenswert sind sowohl Hochgebirgsklima (Allergenarmut, Reizklima) als auch Seeluft, z. B. auf den Nordseeinseln. Viele Atopiker vertragen auch das moderate Klima auf den Kanarischen Inseln ausgezeichnet. Eine Klimatherapie führt in der Regel nur zu einer Stabilisierung der Erkrankung, wenn der Aufenthalt mindestens 3 Wochen beträgt.



Kortisonbehandlung

Schwerste Fälle der Neurodermitis müssen zeitweilig systemisch mit Kortison oder auch anderen, das Immunsystem schwächenden Medikamenten wie Cyclosporin A behandelt werden. Basis jeder Behandlung muss es sein, die Provokationsfaktoren für die atopische Dermatitis zu meiden oder ihren Einfluss zu reduzieren.

Zu den unspezifischen Faktoren, die schubauslösend wirken und Juckreiz auslösen, zählt die Austrocknung der Haut. Diese wird besonders im Winter durch die sehr niedrige Luftfeuchtigkeit in den beheizten und mit Isolierfenstern versehenen Räumen verstärkt. Andererseits führt aber auch ein Hitzestau - bei feuchtwarmen Temperaturen im Sommer - zu verstärktem Juckreiz und vermehrten Entzündungen der Haut. Irritation der Haut durch Kleidung mit rauer Oberfläche ist zu vermeiden.

Klimatische Einflüsse lassen sich begrenzt durch die Wahl der Kleidung beeinflussen. Schafwolle
sollte gemieden werden. Vielmehr empfiehlt sich locker geschnittene Baumwollkleidung und bei kühleren
Temperaturen auch Kleidungsstücke wie Mäntel, Pullover, Schals und Handschuhe aus Fleecematerialien. Die Haut muss durch konsequentes Rückfetten mit Wasser-in-Öl-Zubereitungen, je nach Hautzustand und
Umgebungstemperatur auch mit Öl-in-Wasser-Emulsionen gepflegt werden. Günstig wirkt sich häufiges und dünnes Auftragen von Pflegemitteln aus. Durch zu dickes Auftragen von Cremes und Salben wird - neben dem unnötigen Beschmutzen der Kleidung - ein „Treibhauseffekt“ mit Hitzestau , Juckreiz und Rötung der Haut gefördert.



Besser Duschen als Baden

Sie sollten auch eher duschen als baden. Die Wassertemperatur sollte 32 Grad nicht übersteigen, die Duschzeit unter 5 Minuten liegen. Achten Sie beim Abtrocknen darauf, dass Sie nicht zu stark mit dem Handtuch rubbeln und dadurch hauteigene Lipide entfernen oder Juckreiz provozieren. Besser ist es, die Haut sanft abzutupfen.


Milben bekämpfen

Bei Patienten mit atopischer Dermatitis können Typ-I-Allergene (auf der Haut) direkt eine Entzündungsreaktion auslösen.

Besonders betroffen sind Körperareale mit vermehrter Schweißsekretion und dünner Hornschicht.
Auslöser sind Allergene, die auf dem Luftweg die Haut erreichen wie Hausstaub, Milben, Tierhaare oder Pollen.

Auch Lebensmittelallergene können von innen das Hautbild verschlechtern. Bei nachgewiesener Sensibilisierung gegenüber Hausstaubmilben sollte deren Konzentration in den Wohnräumen durch weitgehenden Verzicht auf Teppichböden, Plüschmöbel und Textilien (z.B. Vorhänge) verringert werden.

Außerdem haben sich milbendichte Bettbezüge für Matratzen, Oberbett und Kopfkissen bewährt. Sinnvoll für Atopiker sind auch spezielle Staubsauger mit milbendichten Filtern. Im Schlafzimmer sollte die Temperatur nicht über 15° bis 16 ° liegen, da Mil ben sich bei höheren Temperaturen stärker vermehren.



Tierhaare meiden


Da Tierhaare zu den bekanntesten Allergenen gehören und häufig besonders schwere Reaktionen an Haut und
Schleimhäuten auslösen, sollten Atopiker grundsätzlich keine Tiere halten und auf Sportarten die mit Tierkontakt verbunden sind, verzichten.



Sinnvolle Wahl der Nahrungsmittel

Nahrungsmittelallergene können - eher selten -Schübe einer Neurodermitits auslösen. Es gibt jedoch keine generelle Diät bei Neurodermitis. Diese Allergene müssen individuell ausgetestet werden, wobei der Nachweis allergischer Reaktionen im Pricktest oder auch bei Blutuntersuchungen noch nicht schlüssig beweist, dass das Allergen auch Schübe der Erkrankung auslöst. Einer Testung muss immer ein Karenzversuch mit anschließender Provokation folgen.

Nahrungsmittelallergien sind bei Patienten mit atopischer Dermatitis insgesamt viel seltener als angenommen.
Wird eine entsprechende Allergie durch Testung und Provokationsversuch nachgewiesen, sollte das Nahrungsmittel gemieden werden. Nach einigen Jahren kann es jedoch durchaus sein, dass das Nahrungsmittel wieder gut vertragen wird. Eine vorsorgliche Diät bei atopischer Dermatitis in der Kindheit ist eher abzulehnen, da durch diese Karenz eine langsame Gewöhnung des Körpers an das Nahrungsmittel verhindert wird.