Mögliche Ursachen
Ursachen und Auslöse-Faktoren
Über Ursachen und Entstehung der Psoriasis ist heute vieles bekannt, obwohl ein lückenloses und vollständig
schlüssiges Bild noch nicht besteht. Bei Psoriasis spielt sich in Ober- und Lederhaut eine entzündliche Reaktion ab, die gegen noch nicht definierte Bestandteile der Zellen der Oberhaut (Keratinozyten) gerichtet ist. Ausgeführt wird die Entzündung durch weiße Blutkörperchen, die mit einem speziellen Oberflächen-molekül ausgerüstet sind (CD11a), mit dem sie sich an die Innenauskleidung der Hautgefäße anbinden und dann durch die Gefäße hindurch in die Haut eindringen können.
Die Entzündungszellen werden von Botenstoffen der Entzündung (Mediatoren; der wichtigste ist ein
Zytokin, das als „Tumornekrose-Faktor-α“ (TNF-α) bezeichnet wird) in den Entzündungsherd gelockt, wo sie dann selbst diese Mediatoren produzieren und so die Entzündung verstärken (ein „Teufelskreis“).
Offensichtlich bedarf es zum Ausbruch der Psoriasis zusätzlicher Faktoren: Bewiesen wurde dies für Infektionen, bestimmte Medikamente und manchmal auch UV-Licht. Zusätzlich wird vermutet, dass manche Formen von physischem und psychischem Stress, eventuell auch falsche Ernährung und sicher (übermäßiger) Alkoholgenuss eine Rolle spielen.
Aufgrund von Selbstbeobachtungen Betroffener und Erhebungen behandelnder Ärzte der letzten Jahrzehnte
konnten eine Reihe von Auslösefaktoren (sogenannte Trigger) lokalisiert werden. Diese so genannten „Trigger“ sind sehr vielfältig und können sowohl durch bestimmte Vorgänge im Körper als auch äußere Einflüsse entstehen.
Sie können nicht nur den ersten Ausbruch, sondern auch einen erneuten Schub bei bereits bestehender
Erkrankung auslösen. Insgesamt sind die einzelnen Faktoren bezüglich ihrer Krankheitsrelevanz von Patient zu
Patient unterschiedlich zu bewerten. Zudem ist der Zusammenhang häufig nicht ohne weiteres erkennbar, denn in der Regel treten die Folgen erst nach einigen Tagen oder Wochen ein. Wichtig ist aber, dass Betroffene wissen, welche dieser Faktoren bei ihnen eine Psoriasis verstärken können.
Zu den Auslösefaktoren einer Psoriasis gehören
- Infektionskrankheiten Neben allgemeinen Infektionskrankheiten (z.B. Erkältung, Virusgrippe), vor allem Infekte mit Streptokokken (z. B. Mandelentzündung, Angina oder Scharlach) oder HIV (AIDS-Erreger)
- Allergien/allergische Reaktionen
- Stoffwechselstörungen z. B. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), hormonelle Schwankungen (Pubertät,Schwangerschaft, Wechseljahre)
- Klimatische Bedingungen Saisonale Schwankungen der Krankheitsaktivität sind normal. Im Frühling und im Spätherbst kommt es in der Regel zur Verschlechterungen der Symptome.
- Medikamente - Gewisse Medikamente können die Krankheit auslösen und/oder verschlechtern. Dazu gehören z. B. Lithium, Antimalaria, Beta-Blocker, ACE-Hemmer, Interferon, Progesterone, kortisonfreie Antirheumatika, systemische Kortikosteroide nach dem Absetzen.
- Stress und Belastungen Stress und körperliche oder psychische Belastungen (z. B. Prüfungssituation,Partnerschaftsprobleme, Tod eines Angehörigen oder Probleme am Arbeitsplatz)
- Umweltbedingte Einflüsse, z. B. trockene Luft im Winter oder ein Sonnenbrand
- Verletzungen Offene Verletzung der Haut, z. B. Schnitte oder Injektionen.
- Hautschädigungen durch physikalische und chemische Einwirkungen, z. B. eng anliegende Armbänder,Gürtel oder BH, scheuernde Kleidung, heftiges Kratzen, Verbrennungen, Tätowierungen.
- Alkohol - vor allem bei übermäßigem Genuss.
- Übergewicht - vor allem bei starkem Übergewicht.
- Rauchen - vor allem, wenn die Hände betroffen sind.
- Ernährung - bestimmte Ernährungsfaktoren scheinen in einzelnen Fällen eine negative Rolle zu spielen.