Arten der Psoriasis
Es gibt verschiedene Arten der Psoriasis.
· Plaquepsoriasis: die am meisten verbreitete Form der Psoriasis
· Psoriasis guttata: erscheint als kleine, rote Stellen auf der Haut
· Psoriasis inversa: tritt in Achselhöhlen, Leisten- und Hautfalten auf
· Pustulöse Psoriasis: weiße, von geröteter Haut umgebene Blasen
· Nagel-Psoriasis
· Erythrodermische Psoriasis: intensive Röte über große Bereiche
Plaquepsoriasis
Psoriasis ist eine sehr mannigfaltige Hautkrankheit, die in einer Vielfalt von Formen erscheint. Jede Form hat deutliche Merkmale. Normalerweise tritt nur eine Art der Psoriasis auf einmal auf, aber zwei oder mehr verschiedene Arten der Psoriasis können gelegentlich zu derselben Zeit auftreten. Psoriasis kann auch gelegentlich von einer Form zu einer anderen wechseln.
Auslösende Faktoren können einige Formen der Psoriasis wie Plaquepsoriasis in eine andere Form wie Psoriasis pustulosa umwandeln.
Plaquepsoriasis ist die am meisten verbreitete Form der Krankheit. Bei ca. 80 Prozent aller Psoriasispatienten tritt die Erkrankung in dieser Form in Erscheinung. Sie wird normalerweise auf den Ellenbogen, Knien, Kopfhaut und dem unteren Rückenbereich gefunden.
Psoriasis guttata
Psoriasis guttata ist eine Form der Psoriasis, die oft in der Kindheit oder jungem Erwachsenenalter beginnt. Diese Form der Psoriasis erscheint in kleinen, roten, einzelnen Stellen auf der Haut. Psoriasis guttata Verletzungen erscheinen normalerweise auf dem Rump und Gliedern. Psoriasis guttata erscheint oft sehr plötzlich.
Eine Vielfalt von Bedingungen wie z.B. Infektionen der oberen Atemwege, durch Streptokokken ausgelöste Infektionen, Tonsillitis, Stress, Hautverletzungen und die Einnahme bestimmter Medikamente (Anti-Malaria- Medikamente, Betablocker) können einen Ausbruch der Psoriasis guttata auslösen.
Feuchtigkeitscremes werden als die bevorzugte Behandlung für Psoriasis guttata betrachtet. Phototherapie mit UVB-Licht oder PUVA ist auch eine sehr wirksame Behandlungsform der Psoriasis guttata. Nur in schwerwiegenden Fällen verordnen Ärzte systemische Behandlungen (oral oder per Injektion verabreichte Medikamente) für diese Art der Psoriasis, obwohl manchmal, ein kurzer Verlauf von einem dieser Medikamente zu einer rapiden und länger anhaltenden Verbesserung führt.
Psoriasis inversa
Von Psoriasis inversa (invers bedeutet das im Vergleich zur Plaquepsoriasis umgekehrte Verteilungsmuster) spricht man, wenn die Psoriasis nur in den Körperfalten auftritt, z. B. den Achselhöhlen, den Leisten oder in der tiefen Gesäßfalte.
Sie ist nicht so leicht zu erkennen, weil sich an diesen Körperstellen wegen der Wärme und Feuchtigkeit nicht die charakteristische Schuppung ausbildet. Psoriasis inversa bedarf auch besonderer Therapiemaßnahmen. Diese Form der Psoriasis tritt häufiger bei übergewichtigen Patienten und Patienten mit tiefen Hautfalten auf.
Die Behandlung kann aufgrund der Empfindlichkeit der Haut in diesen Bereichen schwierig sein. Cremes mit Steroiden und Salben werden als sehr wirksam betrachtet, aber sie sollten mit Verbänden nicht bedeckt (okkludiert) werden. Übermäßiger Gebrauch oder Missbrauch von Steroiden kann besonders in Hautfalten zu Nebenwirkungen führen, wie das dünner werden der Haut und Schwangerschaftsstreifen.
Diese Bereiche sind auch besonders für Pilzinfektionen anfällig und sollten auch speziell darauf untersucht werden. DieVerwendung von Puder kann auch helfen, die feuchten mit Psoriasis inversa verbundenen Verletzungen zu trocknen. Einige Patienten verwenden nachts Cremes und Puder am Morgen.
Pustulöse Psoriasis
Unter dieser Bezeichnung wird eine Gruppe von Hautkrankheiten zusammengefasst, die mit Psoriasis verwandt und durch die Bildung von Pusteln (eiterhaltigen Bläschen) gekennzeichnet ist. Die sehr seltene generalisierte (am ganzen Körper auftretende) pustulöse Psoriasis ist durch oberflächliche Pusteln, hohes Fieber und Allgemeinerscheinungen charakterisiert.
Sie bedarf einer stationären Behandlung. Weniger selten sind lokalisierte Formen an Handflächen und/oder Fußsohlen (palmo-plantare pustulöse Psoriasis). Dabei kommt es zu einem oft sehr langwierigen Leiden, bei dem Pusteln entstehen, aufbrechen, eintrocknen und zu Schuppen, Krusten, Rissen und zum Bluten führen, meist von Juckreiz und Schmerzen begleitet. Manuelle Arbeit und das Gehen sind erschwert, Betroffene haben auch Hemmungen, die „kranke“ Hand zu reichen. Auffallenderweise ist die übrige Haut in der Regel gesund. Wichtig ist, dass die Pusteln nicht durch eine Infektion, sondern durch eine Besonderheit des Krankheitsgeschehens verursacht werden.
Die pustulöse Psoriasis kann – ebenso wie die Psoriasis vulgaris – nicht übertragen werden, auch nicht durch direkten Kontakt mit den erkrankten Hautstellen.
Formen der pustulösen Psoriasis von Zumbusch
Die generalisierte Form (Psoriasis pustulosa generalisata) wird auch Typ Zumbusch genannt. Sie betrifft den gesamten Körper und ist potentiell lebensbedrohend, kommt aber nicht sehr häufig vor. Neben den großflächig auftretenden Bläschen leiden die Betroffenen unter einem schweren Krankheitsgefühl, Fieber, Schwäche und Abgeschlagenheit, steifen Muskeln und Gelenkschmerzen.
Die Betroffenen müssen möglichst schnell in einer Hautklinik versorgt werden. Die Behandlung erfolgt systemisch durch die Gabe von Retinoiden, Ciclosporin, Kortikoiden und Methotrexat. Zusätzlich dazu können auch lokale Behandlungen mit Kortikoiden und Vitamin-DAnalogen durchgeführt werden. Auch eine Kombination mit der PUVA-Therapie ist möglich.Psoriasis pustulosa palmoplantaris, Typ Barber Bei der Psoriasis pustulosa palmoplantaris bilden sich oft innerhalb weniger Stunden kleine gelbe Pusteln an Handtellern und Fußsohlen. Ihr meist gelblicher Inhalt ist nicht infektiös.
Nach wenigen Tagen verfärben sich die Pusteln bräunlich und schuppen schließlich ab. Die umliegende Haut ist gerötet, oft entstehen tiefe und schmerzhafte Risse. Meist hält die Erkrankung mehrere Wochen oder Monate lang an, verschwindet zwischenzeitlich und tritt dann erneut auf. Nur selten heilt sie vollständig ab. Besonders die tiefen Risse in Handtellern und Fußsohlen verursachen oft quälende Schmerzen. Stehen, Gehen, Greifen, Schreiben und andere alltägliche Handgriffe sind nur mühsam möglich und schränken die Betroffenen in ihrer Leistungsfähigkeit erheblich ein.
Viele Erkrankte fühlen sich durch ihre deutlich sichtbare Erkrankung ausgegrenzt und gemieden. Die Patienten leiden bei dieser Form unter wiederkehrenden Fieberschüben und allgemeinem Krankheitsgefühl. Raucher erkranken häufiger an dieser Form der Schuppenflechte als Nichtraucher.
Die Ursachen für die Erkrankung sind derzeit noch unbekannt. Der Zusammenhang zur Psoriasis vulgaris ist ebenfalls nicht geklärt. Bestimmte genetische Merkmale, die bei Patienten mit einer gewöhnlichen Psoriasis gehäuft auftreten, finden sich bei dieser Sonderform der Schuppenflechte nicht.
Wahrscheinlich handelt es sich bei der Psoriasis palmoplantaris wie auch bei der gewöhnlichen Schuppenflechte um eine Autoimmunerkrankung. Wie bei der gewöhnlichen Schuppenflechte auch können Stress und belastende Lebensereignisse den Ausbruch einer Psoriasis pustulosa palmoplantaris begünstigten.
Nagel-Psoriasis
Bei zirka 30% - 50% aller Psoriasis-Patienten macht sich die Krankeit auch an den Finger- und/oder Zehennägeln bemerkbar. In der Regel sind mehrere Nägel an Fingern und / oder Zehen beidseits gleichzeitig verändert.
Zumeist ist das Nagelwachstum gestört. Typische Symptome bei psoriatischen Nagelveränderungen sind Tüpfelnägel mit kleinen, punktförmigen wie ausgestanzt wirkenden Defekten der Nagelplatte. Ist hingegen das Nagelbett, also die Haut unter der Nageplatte betroffen, kommt es zu den Ölflecknägeln. Der "Ölfleck" liegt unter der Nagelplatte und hebt sich dort meist am Rande infolge ständiger Entzündungen und übermässigen Zellwachstums ab.
Die "Ölflecken" sind meist rötlich, gelbbräunlich oder grau verfärbt. Die dritte und schwerste Form der Nagelpsoriasis, der Krümelnagel, wird zum Glück nur selten beobachtet. Statt einer dünnen, gleichmässig stabilen Nagelplatte, wird eine bis zu 5mm dicke Schicht
Psoriasis erythrodermica
Die erythrodermische Psoriasis oder psoriatische Erythrodermie ist selten und die schwerste Form der Schuppenflechte.
Sie geht einher mit entzündlichen Veränderungen und extremen Rötungen, die einen Großteil oder die gesamte Haut betreffen. Die Schuppung ist geringer ausgeprägt, doch die Erkrankung kann von einem starken Juckreiz, Schmerzen und einem ausgeprägten Krankheitsgefühl begleitet werden. Darüber hinaus kannsie den Temperaturhaushalt des Körpers stören und Nieren- und Herzprobleme verursachen.